Laut einer in der wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlichten Studie könnten der Klimawandel und die Zerstörung natürlicher Lebensräume die Wanderung vieler Giftschlangenarten in dichter besiedelte Gebiete begünstigen. PLOS vernachlässigte TropenkrankheitenForscher glauben, dass diese Entwicklung das Risiko von Bissverletzungen für die Bevölkerung in mehreren Regionen der Welt erhöhen könnte.
Die Autoren analysierten die Verbreitung von 508 giftigen Schlangenarten mit medizinischer Relevanz, also solchen, deren Bisse schwerwiegende oder gar tödliche Folgen haben können. Mithilfe hochauflösender Karten ermittelten sie die Überschneidungsgebiete zwischen menschlichen Populationen und diesen Reptilien. Jährlich verursachen Schlangenbisse weltweit etwa 138.000 Todesfälle und mehr als 400.000 Fälle von Behinderung, vorwiegend in Entwicklungsländern.
Besonders exponierte Regionen der Welt
Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Verbreitungsgebiete vieler Arten in den kommenden Jahrzehnten deutlich verändern könnten. Einige, die bereits bedroht sind, riskieren den Verlust eines Teils ihres natürlichen Lebensraums, während andere in stärker urbanisierte Gebiete abwandern könnten. Diese zunehmende Nähe zwischen Schlangen und menschlichen Populationen würde unweigerlich das Risiko von Unfällen und Bissen erhöhen.
Den Forschern zufolge könnten die deutlichsten Anstiege in den Vereinigten Staaten, China, dem indischen Subkontinent, verschiedenen Regionen Westafrikas, im Kongobecken und in den nördlichen Anden Südamerikas zu beobachten sein. Die Autoren hoffen, dass ihre Arbeit den Gesundheitsbehörden helfen wird, diese Entwicklungen besser vorherzusehen, insbesondere durch eine verbesserte Verteilung von Gegengiften und eine optimierte Organisation der Gesundheitseinrichtungen in den am stärksten betroffenen Gebieten.
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