Solidarité Sida startet nach der Absage von Solidays einen Spendenaufruf: „Es wird möglicherweise kein weiteres Festival geben.“
Solidarité Sida startet nach der Absage von Solidays einen Spendenaufruf: „Es wird möglicherweise kein weiteres Festival geben.“

Das Solidays-Festival, das am 26. Juni aufgrund der Hitzewelle, die Ende Juni über Frankreich hinwegfegte, kurzfristig abgesagt wurde, hat Solidarité Sida in eine kritische finanzielle Lage gebracht. Seit dem 2. Juli bittet die Organisation um Spenden, um ihr Überleben zu sichern. Gegründet 1992 zum Schutz der Rechte von Menschen mit HIV, finanziert sich Solidarité Sida weder durch Subventionen noch durch regelmäßige Spenden: Das Festival ist ihre wichtigste Einnahmequelle und deckt fast 70 % ihrer jährlichen Mittel ab. „Die Zukunft der Organisation und der zahlreichen Programme, die sie in 21 Ländern unterstützt, steht auf dem Spiel“, erklärte die Organisation in einer Pressemitteilung. Seit seiner Gründung hat das Festival mit seinen Einnahmen mehr als 2.550 AIDS-Präventionsprogramme finanziert und Menschen mit HIV in über 42 Ländern durch 250 Partnerorganisationen unterstützt.

„Das erste Mal in der Geschichte Frankreichs, dass ein Festival organisiert und dann komplett abgesagt wurde.“

Luc Barruet, Direktor und Gründer von Solidarité Sida, schilderte gegenüber L'Humanité das Ausmaß des Schocks. „Die Absage, die noch am selben Morgen verkündet wurde, war für die Aktivisten ein Quell der Frustration“, sagte er und betonte, dass es in Frankreich noch nie vorgekommen sei, dass ein Festival produziert und dann komplett abgesagt wurde. Anders als 2020, als die Absage aufgrund von Covid-19 erwartet wurde und daher weniger Produktionskosten anfielen, war die Ausgabe 2026 finanziell fast vollständig verplant. „Wenn sich die Organisation nicht erholt, wird es vielleicht kein weiteres Solidays geben“, warnt Barruet, der hofft, dass einige Ticketinhaber auf ihre Ticketrückerstattung ganz oder teilweise verzichten, wenn die Online-Plattform nächste Woche freigeschaltet wird.

Eine von einem Content-Creator ins Leben gerufene Leetchi-Crowdfunding-Kampagne hat bereits 9.182 Euro eingebracht.

Neben direkten Spenden über die Website von Solidarité Sida und dem Kauf von Fanartikeln wie dem Solidays-Fußballtrikot startete die auf HIV-Aufklärung spezialisierte Content-Creatorin @supersero auf Instagram eine Leetchi-Crowdfunding-Kampagne. „Alle Spenden gehen an Solidarité Sida, um die finanziellen Folgen der Absage abzufedern.“ Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren bereits 9.182 € gesammelt worden und damit das ursprüngliche Ziel von 10.000 € übertroffen. „Seit der Absage haben wir eine unglaubliche Welle der Großzügigkeit erlebt, mit vielen Spenden und dem Kauf von Festival-Fanartikeln“, bemerkt Luc Barruet, für den „diese neue Herausforderung ohne eure Unterstützung nicht zu bewältigen ist.“

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