Im Frühjahr dieses Jahres veröffentlichte Michel Mallory das Buch „Die wahre Geschichte der Musik, die ich liebe“, das am 18. März 2026 bei Talent Editions erschien. Der bescheidene Liedtexter und Komponist, der in der französischen Region Oise lebt, schrieb im Laufe einer fünfzigjährigen Zusammenarbeit über hundert Lieder für Johnny Hallyday. Doch dieses Buch ist nicht einfach nur eine weitere Biografie der französischen Rocklegende: Es erzählt die intime Geschichte der Entstehung eines Liedes, das zur Hymne wurde, und vor allem die Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft.
Ein Lied, geboren mitten in der Nacht, geschrieben in zehn Minuten
Alles begann Anfang der 1970er-Jahre auf Korsika. „Es war vier Uhr morgens, ich schlief tief und fest, als mich ein Musikstück weckte“, erzählte Michel Mallory dem Sender France 3 Régions. „Ich stand auf und komponierte es auf der alten Gitarre meines Vaters.“ Johnny Hallyday bat ihn daraufhin, einen Text zu schreiben, der diesem Blues-Song würdig war und in den er seine eigene Lebensgeschichte einwebte – eine dunkle Zeit, in der er Sylvie Vartan verlor und eine Reihe kommerzieller Misserfolge erlitt. Der Text kam ihm in kaum zehn Minuten in den Sinn, eine Geschwindigkeit, die Mallory selbst als fast schon unanständig empfindet. „Es ist beschämend, denn die Texte, die mir in meinem Leben vielleicht am meisten Geld eingebracht haben, sind die, die mich am wenigsten Zeit gekostet haben“, vertraute er France 3 Régions an. „Ich fühlte mich wie ein bloßes Bindeglied zwischen etwas Abstraktem und der Realität.“ „Aufgenommen 1973 in London in den Olympic Studios mit der Bläsersektion der Rolling Stones – Jim Horn, Jim Price und Bobby Keys – und Gitarrist Peter Frampton, wurde der Song als B-Seite einer Single veröffentlicht, bevor er alles andere in den Schatten stellte.“
Ein halbes Jahrhundert Freundschaft, ein Buch zum Trauern
Hinter dem Lied verbirgt sich die Geschichte einer ebenso unwahrscheinlichen wie beständigen Freundschaft. Die erste Begegnung der beiden Männer war fast schon eine Anekdote: Mallory erschien in Jeans bei Johnny, um ihm eine Bearbeitung seines Liedes zu überreichen, und der „Idol“ hielt ihn für einen Klempner. Doch die beiden verstanden sich auf Anhieb. „Es war verrückt, denn wir liebten beide den Blues, während ihn damals sonst niemand mochte. Wir waren irgendwie auf der gleichen Wellenlänge“, erzählte Mallory France 3 Régions. „Wäre es eine Frau gewesen, wäre sie wohl die Frau meines Lebens geworden.“ Für sein Buch schöpfte der Liedtexter aus seinen eigenen Erinnerungen sowie aus denen von Johnnys engstem Umfeld, darunter Produzent Jean Renard und Sylvie Vartan. Johnnys Tod am 5. Dezember 2017 hinterließ eine riesige Lücke. „Dieses Buch hat mir geholfen, ein Stück weit zu trauern. Dieses Lied ist ein Band, das uns für den Rest unseres Lebens verbunden hat, und ich vermisse es unendlich“, sagte er mit bewegter Stimme.
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