Auf Musikplattformen verschwimmt die Grenze zwischen menschlicher Kreation und automatisierter Produktion zunehmend. Als Reaktion darauf hat Deezer ein kostenloses Tool angekündigt, das Playlists verschiedener Streaming-Dienste analysiert und den Anteil der vollständig von künstlicher Intelligenz generierten Musik schätzt. Diese Initiative ist Teil einer breiteren Debatte über die Transparenz und Kennzeichnung von Musikinhalten.
Ein Scanner, der mit mehreren Plattformen kompatibel ist
Das Angebot von Deezer beschränkt sich nicht auf den eigenen Katalog. Nutzer können ihre Bibliotheken von Konkurrenzdiensten wie Spotify, Apple Music, YouTube Music, Tidal oder Qobuz verbinden, um eine Schätzung des Anteils KI-generierter Titel in ihren Wiedergabelisten zu erhalten.
Das Ergebnis identifiziert keine einzelnen Titel, sondern zeigt den Gesamtprozentsatz der analysierten Inhalte an. Laut Deezer besteht das Hauptziel darin, ein Phänomen sichtbar zu machen, das dem Hörer oft verborgen bleibt. Die Plattform gibt außerdem an, dass 43 % der Nutzer, die nach der Verwendung anderer Dienste zu Deezer wechseln, bereits KI-generierte Musik in ihren Playlists haben.
Die Musikindustrie steht aufgrund der rasanten Verbreitung von KI unter Druck.
Diese Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund des rasanten Anstiegs automatisierter Musiktitel. Laut Deezer werden mittlerweile täglich fast 75.000 vollständig KI-generierte Titel auf die Plattform hochgeladen, was fast der Hälfte aller neuen Uploads entspricht.
Zur Untermauerung seiner Positionierung stützt sich das Unternehmen auch auf eine gemeinsam mit Ipsos in acht Ländern durchgeführte Umfrage: Laut dieser Studie sind 80 % der Befragten der Meinung, dass von KI erstellte Titel klar gekennzeichnet werden sollten, und 73 % wünschen sich, dass ein Warnhinweis direkt auf den Streaming-Plattformen erscheint.
Die Strategien innerhalb der Branche sind unterschiedlich. Einige Unternehmen konzentrieren sich auf Künstlerverifizierungslabel, während andere KI-gestützte Tools zur Musikproduktion entwickeln. Gleichzeitig äußern Rechteinhaber weiterhin Bedenken hinsichtlich der Nutzung von Musikkatalogen zum Trainieren von Modellen, da es keine klaren Vergütungsrichtlinien oder ausreichende Garantien für die Einhaltung des Urheberrechts gibt.
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