In Aleppo, im Norden Syriens, sind neue, tödliche Zusammenstöße zwischen Regierungstruppen und kurdischen Kämpfern ausgebrochen, die eine mehrere Monate andauernde relative Ruhe in der Stadt beendeten.
Die Kämpfe begannen in den überwiegend kurdischen Vierteln Sheikh Maqsoud und Ashrafieh, wo es zu einem Feuergefecht mit schweren Waffen und Artilleriebeschuss kam. Laut lokalen Quellen und Organisationen zur Konfliktbeobachtung wurden mindestens ein Dutzend Menschen getötet und mehrere Dutzend verletzt, darunter auch Zivilisten.
Die syrische Armee behauptet, auf Angriffe kurdischer bewaffneter Gruppen reagiert und Stellungen angegriffen zu haben, die sie als militärisch einstuft. Die kurdischen Streitkräfte ihrerseits werfen Damaskus vor, frühere Abkommen gebrochen und eine Offensive gestartet zu haben, die darauf abzielt, die vollständige Kontrolle über diese strategisch wichtigen Gebiete zurückzuerlangen.
Angesichts der eskalierenden Kämpfe kündigten die syrischen Behörden die Öffnung humanitärer Korridore an, um Zivilisten die Flucht aus den betroffenen Gebieten zu ermöglichen. Berichten zufolge sind Tausende Einwohner aus den nördlichen Stadtteilen geflohen, um in sichereren Gebieten Zuflucht zu suchen, während mehrere Schulen und öffentliche Einrichtungen geschlossen wurden.
Diese erneute Gewalteskalation erfolgt vor dem Hintergrund festgefahrener Gespräche zwischen der syrischen Regierung und kurdischen Führern über die Integration kurdischer Streitkräfte in die nationale Armee. Trotz in den letzten Monaten verkündeter Abkommen ist deren Umsetzung weiterhin begrenzt, was das Misstrauen zwischen beiden Seiten weiter schürt.
Aleppo, die ehemalige Wirtschaftshauptstadt des Landes, war in den letzten Jahren weitgehend von Kämpfen verschont geblieben, nachdem sie 2016 von der Regierung zurückerobert worden war. Die Wiederaufnahme der Auseinandersetzungen unterstreicht jedoch die anhaltende Fragilität der Sicherheitslage in Syrien, mehr als ein Jahrzehnt nach Beginn des Konflikts.
Beobachter befürchten, dass diese Eskalation die Stabilisierungsbemühungen des Landes weiter gefährden und der Bevölkerung, die bereits seit Jahren vom Krieg gezeichnet ist, weiteres Leid zufügen könnte.