Ukrainischer Präsident Volodymyr Zelensky sagte am Mittwoch, er sei bereit, direkte Verhandlungen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin aufzunehmen, um den Krieg in der Ukraine zu beenden.
Bei einer Pressekonferenz in Kiew an der Seite von NATO-Generalsekretär Mark Rutte erklärte Selenskyj, dass die Ukraine-Frage für die Vereinigten Staaten nicht mehr oberste Priorität habe.
Seinen Angaben zufolge konzentriert sich Washington nun verstärkt auf die Iran-Frage. „Ich denke, die wichtigste Frage für die Vereinigten Staaten ist der Iran, gefolgt von der Ukraine“, sagte er.
Der ukrainische Staatschef erklärte, er wolle nicht warten, bis andere internationale Krisen gelöst seien, bevor er nach einer Lösung für den Konflikt suche.
„Ich bin bereit, direkt mit Wladimir Putin über die Beendigung dieses Krieges zu verhandeln, anstatt zu warten, bis alle Konflikte auf der Welt beendet sind“, erklärte er.
Selenskyj warf Russland zudem vor, die intensiven Luftangriffe auf ukrainisches Territorium fortzusetzen. Er erklärte, die Ukraine habe als Reaktion auf russische Angriffe am Vortag Vergeltungsaktionen gegen mehrere Ziele in Russland durchgeführt.
Der ukrainische Präsident hob auch die wachsende militärische Zusammenarbeit mit mehreren europäischen Verbündeten hervor, darunter Frankreich, Norwegen, Deutschland, Schweden, Dänemark und Italien, bei der Entwicklung von Fähigkeiten zur ballistischen Raketenabwehr.
Seinen Angaben zufolge ist die Schaffung eines europäischen Raketenabwehrsystems angesichts der aktuellen Bedrohungen ein komplexes, aber unerlässliches Projekt.
Selenskyj gab außerdem bekannt, dass sechs weitere Länder dem ukrainischen Programm zur vorrangigen Rüstungsbeschaffung beitreten möchten. Ohne ihre Namen zu nennen, betonte er die Wichtigkeit fortgesetzter Käufe amerikanischer Militärausrüstung und verhandelte gleichzeitig mit anderen Partnern über die Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung.
Das Staatsoberhaupt präzisierte, dass sein Land derzeit jährlich zwischen 45 und 50 Milliarden Dollar in die Rüstungsproduktion investiere.
Abschließend kündigte er die Entsendung ukrainischer Spezialisten nach Litauen, Lettland, Estland und Rumänien an, um dort Schulungen zur Verbesserung der Bekämpfung von Bedrohungen durch russische Drohnen zu absolvieren.
Selenskyj bestätigte auch die Teilnahme der Ukraine am nächsten NATO-Gipfel im Juli, bei dem Kiew hofft, neue Sicherheitsgarantien von seinen westlichen Partnern zu erhalten.
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