Die US-Regierung plant, nächste Woche Anklage gegen den ehemaligen kubanischen Präsidenten Raúl Castro zu erheben – ein beispielloser Schritt, der zu einem erneuten Aufflammen der Spannungen zwischen Washington und Havanna führen könnte.
Laut einem von Reuters zitierten Beamten des US-Justizministeriums werden Bundesstaatsanwälte voraussichtlich am Mittwoch in Miami Anklage gegen Raúl Castro erheben. Der Fall betrifft demnach einen Vorfall aus dem Jahr 1996, bei dem das kubanische Militär ein Flugzeug einer Gruppe kubanischer Exilanten abschoss, die gegen das kommunistische Regime kämpften.
Die Bekanntgabe erfolgt im Rahmen einer Zeremonie, die von der Bundesstaatsanwaltschaft Miami zu Ehren der Opfer des Vorfalls organisiert wird. Laut vorliegenden Informationen muss die Anklage noch von einer Grand Jury bestätigt werden, bevor sie offiziell eingereicht werden kann.
Dieses Vorgehen würde eine deutliche Eskalation der Druckkampagne der Trump-Regierung gegen die kubanische Regierung bedeuten. Der 94-jährige Raúl Castro zählt weiterhin zu den zentralen Figuren des Regimes, das sein Bruder Fidel Castro nach der Kubanischen Revolution errichtete.
Fidel Castros Nachfolger als kubanischer Staatschef, Raúl Castro, regierte das Land bis 2018, bevor er das Präsidentenamt und 2021 auch den Vorsitz der Kommunistischen Partei abgab. Trotz seines offiziellen Machtverzichts bleibt er ein Symbol für das kubanische kommunistische Regime und die jahrzehntelangen Spannungen mit den Vereinigten Staaten.
Die Affäre könnte erhebliche diplomatische Folgen haben. Die Beziehungen zwischen Washington und Havanna sind seit der Wiedereinführung einer härteren US-Politik gegenüber Kuba, die mit neuen Wirtschaftssanktionen und wiederholten Anschuldigungen gegen die kubanische Regierung wegen Menschenrechtsverletzungen und angeblicher Unterstützung bestimmter US-Gegner einhergeht, weiterhin sehr angespannt.
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