Veronika: Die ukrainische Präsidenten-Hellseherin
Veronika: Die ukrainische Präsidenten-Hellseherin

Der Schatten einer mysteriösen Astrologieberaterin liegt nun über einem der größten politischen und finanziellen Skandale, die die Ukraine seit Kriegsbeginn erlebt hat. Während der ehemalige Leiter der ukrainischen Präsidialverwaltung, Andrij Jermak, am Donnerstagmorgen in Untersuchungshaft genommen wurde – in einem Fall, der die mutmaßliche Geldwäsche von über 460 Millionen Hrywnja betrifft –, enthüllten ukrainische Staatsanwälte ein brisantes und unerwartetes Detail: Mehrere hochrangige Staatsbedienstete sollen nach Konsultationen mit einer gewissen „Veronika Feng Shui“ genehmigt worden sein. Das Oberste Antikorruptionsgericht in Kiew ordnete Jermaks 60-tägige Untersuchungshaft an; die Kaution wurde auf 140 Millionen Hrywnja, umgerechnet etwa 3,2 Millionen US-Dollar, festgesetzt.

Laut Beweismaterial, das dem Obersten Antikorruptionsgericht in Kiew vorgelegt wurde, unterhielt diese Frau, Veronika Anikjewitsch, angeblich eine direkte und privilegierte Beziehung zu Wolodymyr Selenskyjs ehemaligem engsten Vertrauten. Die Staatsanwaltschaft behauptet, Jermak habe ihr vor deren Ernennung die Geburtsdaten hochrangiger Beamter mitgeteilt, damit sie ihre astrologische „Zustimmung“ abgeben konnte. Zu den betroffenen Positionen gehörten angeblich die des ukrainischen Ministerpräsidenten, des Gesundheitsministers und von Oleh Tatarow, einem einflussreichen Stellvertreter des ukrainischen Präsidenten.

Der Fall nimmt eine noch beunruhigendere Wendung mit der Entdeckung eines Telefons, das ausschließlich für die Kommunikation zwischen Jermak und dieser „Beraterin“ genutzt wurde. Ermittler des NABU und der SAPO geben zudem an, Nachrichten gefunden zu haben, in denen Veronika den ehemaligen Stabschef dazu aufforderte, seine politischen und medialen Gegner zu „zerstören“. Sie ist sehr aktiv auf Telegram, wo sie einen Kanal für Astrologie und Persönlichkeitsentwicklung betreibt, und verteidigt nun öffentlich Jermak. Sie wirft den ukrainischen Antikorruptionsbehörden vor, manipuliert zu werden, um die „Kapitulation“ der Ukraine herbeizuführen.

Ukrainische Ermittler verdächtigen Andrij Jermak der Beteiligung an einem umfangreichen Geldwäscheskandal im Zusammenhang mit einem Luxusimmobilienprojekt nahe Kiew. Laut mehreren ukrainischen Medien stammen einige der untersuchten Gelder aus Korruptionsfällen beim staatlichen Atomkonzern Energoatom sowie aus verschiedenen einflussreichen Netzwerken innerhalb der Regierung. Jermak, ehemaliger Unterhändler Kiews gegenüber den USA und lange Zeit nach Selenskyj als zweitmächtigster Mann des Landes angesehen, trat im November 2025 nach mehreren Aufsehen erregenden Razzien in seinem Haus von seinem Amt zurück.

Veronika Anikyevich, die im Zentrum des Skandals steht, ist – wider Willen – zu einem der rätselhaftesten Gesichter dieser ukrainischen politischen Krise geworden.

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