Eine palästinensische Familie behauptet, sie sei gezwungen worden, einen Angehörigen im Westjordanland umzubetten.
Eine palästinensische Familie behauptet, sie sei gezwungen worden, einen Angehörigen im Westjordanland umzubetten.

Eine palästinensische Familie im besetzten Westjordanland behauptet, von israelischen Siedlern gezwungen worden zu sein, den Leichnam ihres Vaters auszugraben und ihn dann an einem anderen Ort in der Nähe der wiedererrichteten Siedlung Sa-Nur neu zu bestatten, wie am Freitag berichtet wurde.

Der Vorfall ereignete sich Berichten zufolge im Dorf Asasa nahe Jenin im nördlichen Westjordanland. Laut Angaben der Familie protestierten Siedler gegen die Beisetzung auf dem erst kürzlich genutzten örtlichen Friedhof, woraufhin die Angehörigen des Verstorbenen den Leichnam umbetten mussten.

Die israelische Armee teilte mit, sie habe nach der Benachrichtigung über den Vorfall Soldaten zum Einsatzort entsandt, ohne jedoch weitere Einzelheiten zu den ergriffenen Maßnahmen zu nennen.

Das Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte verurteilte den Fall und bezeichnete ihn als Angriff auf die Menschenwürde. Es forderte den Schutz der palästinensischen Zivilbevölkerung in den besetzten Gebieten.

Die israelische Regierung genehmigte im vergangenen Jahr die Wiedererrichtung der Siedlung Sa-Nur, die 2005 im Zuge des israelischen Rückzugs aus dem Gazastreifen und Teilen des Westjordanlandes geräumt worden war.

Die Spannungen sind im nördlichen Westjordanland besonders hoch, wo die Gewalt zwischen Siedlern, israelischen Streitkräften und Palästinensern in den letzten Monaten zugenommen hat.

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