Ein 27-jähriger Palästinenser wurde am Samstag in dem Dorf Masafer Yatta im besetzten Westjordanland von einem israelischen Siedler getötet, wie das palästinensische Gesundheitsministerium mitteilte. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe der Stadt Hebron, in einem Gebiet, das häufig von Spannungen zwischen israelischen Siedlern und palästinensischen Bewohnern geprägt ist.
Laut palästinensischen Behörden und der offiziellen Nachrichtenagentur WAFA wurde der Mann bei einer Auseinandersetzung mit Siedlern in der Region getötet. Das Gesundheitsministerium bestätigte seinen Tod kurz darauf.
Die israelische Armee gab an, dass es sich bei dem Schützen um einen Reservisten handelte, der nach Meldungen über Zusammenstöße zwischen Siedlern und Palästinensern zum Tatort geeilt war. Die israelischen Streitkräfte teilten mit, dass eine Untersuchung eingeleitet wurde, um die Umstände der Schießerei aufzuklären.
Masafer Yatta ist eine der Regionen, in denen die Spannungen in den letzten Jahren zugenommen haben. Laut den Vereinten Nationen hat die Gewalt der Siedler im Westjordanland in den vergangenen zwei Jahren stark zugenommen und trägt zur wachsenden Vertreibung palästinensischer Familien bei.
Dieser Vorfall ereignete sich nur wenige Tage nach einer weiteren tödlichen Schießerei im nördlichen Westjordanland. Zwei palästinensische Brüder wurden am Montag in der Nähe der Stadt Nablus getötet, wie das palästinensische Gesundheitsministerium mitteilte.
Die israelische Tageszeitung Haaretz berichtete, dass die israelische Militärpolizei auch Ermittlungen gegen einen Reservesoldaten durchführe, der an der vorangegangenen Schießerei beteiligt war, da die Gewalt die Spannungen in den besetzten Gebieten weiter anheizt.