Ein Moskauer Gericht verurteilte am Mittwoch Maxim Kruglow, einen prominenten russischen Oppositionellen und stellvertretenden Vorsitzenden der liberalen Jabloko-Partei, zu sieben Jahren Haft wegen der Verbreitung von „Falschinformationen“ über das russische Militär. Laut seinen Kritikern fällt das Urteil inmitten eines harten Vorgehens gegen Andersdenkende in Russland.
Der 39-jährige Kruglov, ein ehemaliges Mitglied der Moskauer Stadtduma, wurde im Oktober verhaftet. Ihm wurden zwei im Jahr 2022 auf der Messaging-App Telegram veröffentlichte Beiträge vorgeworfen, in denen er angeblich das Vorgehen der russischen Armee während des Konflikts in der Ukraine kritisierte.
Das Gericht urteilte, dass diese Veröffentlichungen die bewusste Verbreitung von Lügen über die russischen Streitkräfte darstellten. Dieser Vorwurf wird von den russischen Behörden seit Beginn des Ukraine-Krieges häufig genutzt, um Kritiker des Konflikts zu verfolgen.
Maxim Kruglov plädierte während des gesamten Verfahrens auf nicht schuldig. Vor Gericht argumentierte er, der Fall zeige seiner Ansicht nach, dass jegliche öffentliche politische Opposition nun als illegale Aktivität gelte. Er verurteilte dies als ein „Verbot abweichender Meinungen“.
Der Kreml seinerseits verteidigt die strengen Zensurgesetze in Kriegszeiten, die er für notwendig hält, um die nationale Einheit angesichts einer – wie er es nennt – existenziellen Konfrontation mit dem Westen zu wahren. Die russischen Behörden behaupten, diese Maßnahmen dienten der Bekämpfung von Desinformation.
Dieses Urteil ergeht wenige Monate vor den Parlamentswahlen, an denen die Jabloko-Partei teilnehmen möchte. Für die Opposition verdeutlicht diese Verurteilung eine weitere Verhärtung der politischen Landschaft in Russland und eine zunehmende Marginalisierung regierungskritischer Stimmen.
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