Ein 411 Kilometer langes Unterseekabelprojekt zwischen Neukaledonien und Vanuatu wurde offiziell in Betrieb genommen. Das Projekt mit dem Namen Tamtam zielt darauf ab, die digitale Infrastruktur in der Region zu stärken und gleichzeitig durch bordeigene Sensoren eine einzigartige wissenschaftliche Dimension zu integrieren.
Das ursprünglich von einem mehrheitlich staatlichen Unternehmen in Vanuatu geleitete Projekt zielt darauf ab, den Zugang zu Hochgeschwindigkeitsinternet auf der Insel Efate zu sichern und ihn auf Tanna, Malekula und Santo auszudehnen. Auf neukaledonischer Seite ist das Unternehmen Pacific Peering für die technische Umsetzung verantwortlich. Das Kabel wird mit Sensoren ausgestattet, die Daten zu Wassertemperatur und -druck, Unterwasserbewegungen und sogar Erdrutschen und Tsunamis erfassen können.
Strategische und wissenschaftliche Ausrüstung
Die Route führt unter anderem durch die Verwerfung der Neuen Hebriden in Tiefen zwischen 6.000 und 7.000 Metern – ein Gebiet, das mit herkömmlichen Erkundungsmethoden schwer zugänglich ist. Laut den Entwicklern ist Tamtam eines der weltweit ersten sogenannten „intelligenten“ Kabel, das nutzbare Daten für die Forschung liefert, insbesondere zur seismischen Aktivität und den Auswirkungen des Klimawandels.
Für Neukaledonien bietet diese neue Verbindung zusätzliche Sicherheit im Falle eines Zwischenfalls an den beiden bestehenden Kabeln, Gondwana 1 nach Australien und Gondwana 2 nach Fidschi. Die lokalen Behörden sehen darin auch eine Chance, das Gebiet als digitales Zentrum Melanesiens zu positionieren, da der regionale Datenverkehr derzeit hauptsächlich über Fidschi verläuft. Der Internetzugang soll Anfang 2028 verfügbar sein, wissenschaftliche Daten im darauffolgenden Jahr.