Der amerikanische Präsident Donald Trump erklärte am Mittwoch, dass das diese Woche mit dem Iran erzielte Waffenstillstandsabkommen vorläufig bleibe und die Vereinigten Staaten die Militäroperationen wieder aufnehmen könnten, falls die Verhandlungen kein zufriedenstellendes Ergebnis brächten.
Bei seinem Auftritt auf dem G7-Gipfel in Evian-les-Bains betonte Trump, dass es sich bei der aktuellen Vereinbarung lediglich um eine Absichtserklärung handle, die den Weg für eingehendere Gespräche ebnen solle.
„Es handelt sich um eine Absichtserklärung. Und wenn sie mir nicht passt, werden wir wieder anfangen, auf sie zu schießen und Bomben auf sie abzuwerfen“, sagte er Reportern.
Die zwischen Washington und Teheran erzielte Interimsvereinbarung sieht eine 60-tägige Verlängerung der im April vereinbarten Waffenruhe vor. Sie soll die Aufnahme von Verhandlungen ermöglichen, die auf eine dauerhafte Beilegung des Konflikts abzielen, der den Nahen Osten in den letzten Monaten erschüttert hat.
Die G7-Staats- und Regierungschefs begrüßten diesen diplomatischen Durchbruch und forderten gleichzeitig einen sofortigen Waffenstillstand im Libanon. In einer gemeinsamen Erklärung betonten sie zudem die Notwendigkeit, den Iran am Erwerb von Atomwaffen zu hindern und die regionalen Spannungen abzubauen.
Bei ihrem Treffen in Frankreich erörterten die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten westlichen Volkswirtschaften auch die globale Energiesicherheit. Sie betonten ihren Wunsch, die Lieferwege zu diversifizieren, um ihre Abhängigkeit von der Straße von Hormus, einer strategisch wichtigen Passage für den globalen Ölhandel, zu verringern.
Gemäß den Vereinbarungen könnte die Straße von Hormus bereits am Freitag wieder geöffnet werden, während die US-Blockade iranischer Häfen schrittweise aufgehoben würde. Diese Aussicht trug zu einem Rückgang der Ölpreise auf den internationalen Märkten bei, da Anleger mit einem Anstieg des globalen Angebots rechneten.
Das Memorandum soll am Freitag bei einer Zeremonie in der Schweiz, in der Nähe des Austragungsortes des G7-Gipfels, offiziell unterzeichnet werden.
Der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten, ihren Verbündeten und dem Iran hat nach Schätzungen, die auf dem Gipfeltreffen genannt wurden, zu mehr als 7.000 Todesopfern geführt, wobei die meisten Opfer im Iran und im Libanon zu beklagen sind.
Trotz des Optimismus, den einige westliche Staats- und Regierungschefs zum Ausdruck brachten, zeigen Trumps Äußerungen, dass die Zukunft des Abkommens maßgeblich vom Fortschritt künftiger Verhandlungen und der Einhaltung der von den verschiedenen Parteien eingegangenen Verpflichtungen abhängen wird.
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