Ein italienischer Richter bestätigte am Dienstag die gerichtliche Aufsicht über die italienische Tochtergesellschaft des amerikanischen Baukonzerns Caddell Construction. Diese Maßnahme ist Teil von Ermittlungen wegen möglicher Misshandlungen von Arbeitern auf der Baustelle des künftigen US-Konsulats in Mailand. Die Entscheidung basiert auf Beweismitteln, die von den lokalen Justizbehörden gesammelt wurden.
Die Maßnahme wurde ursprünglich am 29. Mai von der Mailänder Staatsanwaltschaft im Rahmen von Ermittlungen zu besorgniserregenden Arbeitsbedingungen verhängt. Dieser Fall ist Teil einer Reihe von Gerichtsverfahren, die in Italien seit mehreren Jahren gegen ausbeuterische Arbeitspraktiken in verschiedenen Wirtschaftszweigen geführt werden.
In einem ausführlichen, 38-seitigen Urteil stellte der Richter fest, dass die in Indien über Subunternehmer angeworbenen Arbeiter besonders harten Arbeitsbedingungen ausgesetzt waren. Den vorgelegten Beweisen zufolge arbeiteten sie lange Stunden für niedrige Löhne, unter unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen und in ständiger Angst vor Entlassung.
Der Richter wies zudem darauf hin, dass es sich bei diesen Praktiken offenbar nicht um Einzelfälle handele, sondern vielmehr um ein systematisches Vorgehen innerhalb der italienischen Tochtergesellschaft. Diese Einschätzung stärkt die Bedeutung der laufenden Ermittlungen.
Das amerikanische Bauunternehmen Caddell Construction erklärte, es kooperiere mit den italienischen Behörden, ohne die Vorwürfe jedoch näher zu kommentieren. Das Unternehmen ist am Bau des neuen amerikanischen Konsulats in Mailand beteiligt, einem bedeutenden diplomatischen Projekt.
Der Fall ereignet sich inmitten erhöhter Wachsamkeit in Italien hinsichtlich der Arbeitsbedingungen im Baugewerbe, da die Behörden versuchen, Missbräuche und Formen der Ausbeutung ausländischer Arbeiter auf großen öffentlichen und privaten Baustellen zu bekämpfen.
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