Der philippinische Senator Ronald dela Rosa erklärte am Mittwoch, seine Verhaftung stehe unmittelbar bevor und rief die Öffentlichkeit dazu auf, seine Überstellung an den Internationalen Strafgerichtshof zu verhindern. Dem ehemaligen philippinischen Polizeichef werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Zusammenhang mit dem gewaltsamen Drogenkrieg unter Präsident Rodrigo Duterte vorgeworfen.
Seit drei Tagen hält sich dela Rosa aus Angst vor einer unmittelbar bevorstehenden Verhaftung in seinem Senatsbüro in Pasay City verschanzt. Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) veröffentlichte am Montag einen Haftbefehl vom November gegen den ehemaligen Sicherheitsbeamten, der als einer der Hauptverantwortlichen für die umstrittene Anti-Drogen-Kampagne der Duterte-Regierung gilt.
Dieser während der Präsidentschaft von Rodrigo Duterte begonnene Krieg gegen Drogen forderte Tausende von Todesopfern und rief scharfe Kritik von der internationalen Gemeinschaft und Menschenrechtsorganisationen hervor. Duterte selbst, mittlerweile 81 Jahre alt, wartet derzeit in Den Haag auf seinen Prozess, nachdem er letztes Jahr verhaftet wurde.
In einem auf Facebook veröffentlichten Video appellierte Ronald dela Rosa eindringlich an seine Unterstützer, ihm zu helfen, eine Überstellung in die Niederlande zu verhindern. „Lasst nicht zu, dass ein weiterer Filipino nach Den Haag gebracht wird“, sagte er in einem direkten Appell an die Öffentlichkeit.
Der Senator forderte Präsident Ferdinand Marcos Jr. außerdem auf, in Bezug auf seine Auslieferung nicht mit dem Internationalen Strafgerichtshof zu kooperieren. Das philippinische Nationale Ermittlungsbüro (PNI), dem dela Rosa vorwirft, seine Verhaftung geplant zu haben, hat seinerseits eine solche Operation nicht öffentlich bestätigt.
Dieser Fall birgt die Gefahr, die politischen Spannungen auf den Philippinen zu verschärfen, wo die Debatte um den Drogenkrieg nach wie vor äußerst heikel ist. Die mögliche Verhaftung von Ronald dela Rosa würde einen entscheidenden Wendepunkt in den internationalen Gerichtsverfahren gegen die Verantwortlichen dieser tödlichen Sicherheitskampagne darstellen.
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