China hat am Montag die Anwesenheit des taiwanesischen Außenministers in Genf, wo diese Woche die Weltgesundheitsversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stattfindet, scharf verurteilt. Peking wirft Taiwan vor, durch „separatistische Aktivitäten“ internationale Aufmerksamkeit zu erlangen.
Der taiwanesische Außenminister Lin Chia-lung traf am Sonntag in Begleitung von Gesundheitsminister Shih Chung-liang in der Schweiz ein. Ihr Besuch findet zeitgleich mit der 79. Weltgesundheitsversammlung statt, die vom 18. bis 23. Mai in Genf abgehalten wird.
Seit 2017 ist Taiwan aufgrund des Widerstands Pekings, das die Insel als Teil seines Territoriums betrachtet, von dieser Versammlung ausgeschlossen. Trotz dieses Ausschlusses entsendet Taipeh weiterhin Delegationen und organisiert Begleitveranstaltungen während des jährlichen Treffens.
Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun, kritisierte Taiwans Initiative scharf und bezeichnete die Schritte als bloße Einmischung in internationale Konferenzen und als „das Verhalten kleiner Clowns“. Peking ist der Ansicht, dass diese Aktionen zum Scheitern verurteilt sind und Taiwan nur der Demütigung aussetzen.
Die taiwanesische Regierung weist Chinas Souveränitätsansprüche entschieden zurück und bekräftigt, dass Peking kein Recht habe, die Insel international zu vertreten. Taipeh besteht auf der Notwendigkeit einer uneingeschränkten Beteiligung an globalen Gesundheitsinstitutionen.
Der taiwanische Präsident Lai Ching-te richtete eine Videobotschaft an die Öffentlichkeit, die auf einem am Rande der Generalversammlung abgehaltenen Forum veröffentlicht wurde. Darin betonte er, dass Taiwans Teilnahme an der WHO das Recht seiner Bürger auf Gesundheit besser gewährleisten und die globale Gesundheitskooperation stärken würde.
Diese jüngste Episode verdeutlicht einmal mehr die anhaltenden diplomatischen Spannungen zwischen Peking und Taipeh, da globale Gesundheitsfragen und internationale Zusammenarbeit immer wieder mit politischen Rivalitäten zwischen den beiden Seiten in Konflikt geraten.
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