MONDE

Sudan: Die WHO warnt vor einer möglichen Verschärfung der Choleraepidemie inmitten des Krieges

Sudan: Die WHO warnt vor einer möglichen Verschärfung der Choleraepidemie inmitten des Krieges
Sudan: Die WHO warnt vor einer möglichen Verschärfung der Choleraepidemie inmitten des Krieges

Die Choleraepidemie im Sudan droht sich aufgrund des bewaffneten Konflikts, massiver Bevölkerungsvertreibungen und des Beginns der Regenzeit zu verschärfen, warnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag. Die UN-Organisation befürchtet eine weitere Verschärfung der humanitären Lage in dem Land, das bereits seit über drei Jahren von Krieg gezeichnet ist.

Die am 27. Juni offiziell ausgerufene Epidemie hat laut Angaben der WHO bereits mindestens 114 Todesopfer gefordert und mehr als 1.300 Menschen infiziert. Die Krankheit breitet sich in mehreren Regionen des Landes aus, insbesondere in Darfur und Kordofan, wo der Zugang zu medizinischer Versorgung und humanitären Teams durch die Kämpfe weiterhin stark eingeschränkt ist.

„Die Cholera ist zurück“, sagte Shible Sahbani, WHO-Repräsentant im Sudan, auf einer Pressekonferenz in Genf. Er betonte, die aktuelle Sterblichkeitsrate, die auf 13,7 % geschätzt werde, sei „extrem hoch“, und die kommenden Wochen könnten mit dem Einsetzen der Regenzeit noch schwieriger werden.

Cholera ist eine akute Durchfallerkrankung, die unbehandelt tödlich verlaufen kann. Die Krankheit breitet sich besonders in Gebieten mit unzureichenden sanitären Einrichtungen und mangelndem Zugang zu sauberem Wasser aus – Zustände, die im Sudan seit Beginn des Konflikts weit verbreitet sind.

Der Krieg zwischen der sudanesischen Armee und den Rapid Support Forces (RSF) hat zum Zusammenbruch vieler öffentlicher Dienstleistungen, insbesondere im Gesundheitswesen, geführt. Millionen von Menschen wurden innerhalb des Landes vertrieben oder sind in Nachbarstaaten geflohen, was die Bemühungen zur Prävention und Behandlung der Krankheit zusätzlich erschwert.

Die WHO befürchtet, dass die Kombination aus Konflikten, Vertreibung und für die Ausbreitung der Krankheit günstigen Wetterbedingungen eine neue Infektionswelle auslösen könnte. Gesundheitsbehörden und humanitäre Organisationen fordern daher einen besseren Zugang zu den betroffenen Bevölkerungsgruppen, um die Auswirkungen der Epidemie einzudämmen.

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