Erdbeben in Venezuela: Tausende werden vermisst, Rettungskräfte suchen weiterhin nach Überlebenden in den Trümmern.
Erdbeben in Venezuela: Tausende werden vermisst, Rettungskräfte suchen weiterhin nach Überlebenden in den Trümmern.

Nach den schweren Erdbeben, die Venezuela diese Woche erschütterten und ein Bild der Verwüstung hinterließen, dauern die Rettungsarbeiten unermüdlich an. Tausende Menschen werden vermisst. In Caracas und den nahegelegenen Küstenregionen suchen Rettungsteams weiterhin nach Überlebenden, die unter den Trümmern eingeschlossen sind.

Nach Angaben der Behörden wurden seit den Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 am Mittwoch, die sich etwa 160 Kilometer westlich der Hauptstadt ereigneten, mindestens 235 Leichen in medizinische Zentren gebracht. Die genaue Zahl der Todesopfer ist jedoch weiterhin unklar und könnte in den kommenden Tagen im Zuge der andauernden Suche steigen.

Die Lage ist besonders kritisch im Hinblick auf die Vermissten. Eine von Oppositionsführern geteilte Website listet fast 49.500 Menschen als vermisst auf, während Schätzungen des US Geological Survey von über 10.000 Toten ausgehen. Diese Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Katastrophe in einem ohnehin schon geschwächten Land.

In mehreren Katastrophengebieten, insbesondere in La Guaira und Morón, arbeiten Rettungskräfte Tag und Nacht, aufgrund von Stromausfällen teilweise nur mit Taschenlampen. Feuerwehrleute, Soldaten und Anwohner beteiligen sich an der Suche und durchsuchen die Trümmer mit bloßen Händen, wenn schweres Gerät nicht verfügbar ist.

Die Berichte der Angehörigen verdeutlichen das Ausmaß der menschlichen Tragödie. Eine verzweifelte Mutter berichtete, ihr 19-jähriger Sohn sei noch immer unter den Trümmern ihres eingestürzten Hauses begraben. „Er liegt unter den Platten, und es gibt keine Maschinen, um ihn zu befreien“, sagte sie aus La Guaira, einer Küstenstadt nahe Caracas.

Angesichts des Ausmaßes der Katastrophe sind ausländische Rettungsteams im Land eingetroffen. Beschädigte Infrastruktur und logistische Schwierigkeiten erschweren die Rettungsarbeiten jedoch erheblich in einem Staat, der bereits durch jahrelange wirtschaftliche und politische Krisen geschwächt ist.

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