Sahelzone: Zusammenstöße zwischen dschihadistischen Gruppen weiten sich auf Niger aus – ein Zeichen regionaler Eskalation
Sahelzone: Zusammenstöße zwischen dschihadistischen Gruppen weiten sich auf Niger aus – ein Zeichen regionaler Eskalation

Die Kämpfe rivalisierender Dschihadistengruppen in der Sahelzone haben sich laut Angaben einer der Gruppen weiter verschärft und sind nun auch auf Niger übergegriffen. Diese Entwicklung stellt eine besorgniserregende Verschärfung der Rivalität zwischen den mit Al-Qaida und dem Islamischen Staat verbundenen Fraktionen dar.

Bislang fanden diese Auseinandersetzungen hauptsächlich zwischen der mit Al-Qaida verbundenen Jama'at Nusrat al-Islam wal-Muslimin (JNIM) und dem Islamischen Staat in der Sahelzone (ISSP) in Mali und Burkina Faso statt. Doch nun wurde erstmals von Kämpfen auf nigrischem Territorium berichtet, genauer gesagt aus der Region Tillabéri im Westen des Landes.

Laut einer Erklärung der ISSP griffen deren Kämpfer Anfang April eine Stellung der JNIM an und behaupteten, 35 Mitglieder der rivalisierenden Gruppe getötet sowie Waffen und Motorräder erbeutet zu haben. Diese Operation war Berichten zufolge eine Reaktion auf einen vorangegangenen Angriff der JNIM auf ein Dorf in derselben Region.

Seit ihren ersten Auseinandersetzungen im Jahr 2019 haben die beiden Organisationen hunderte Male gekämpft, was laut Angaben der Beobachtungsgruppe ACLED zu über 2.100 Todesopfern geführt hat. Diese gewaltsame Rivalität ist Teil eines Kampfes um Einfluss und die Kontrolle von Territorium und Ressourcen in einer ohnehin schon fragilen Region.

Analysten gehen davon aus, dass die Ausweitung der Kämpfe in Niger die Schwächung der staatlichen Kontrolle in bestimmten Gebieten der Sahelzone widerspiegelt. Die mangelnde Sicherheitskoordination zwischen den beteiligten Ländern verschärft die Situation zusätzlich und bietet bewaffneten Gruppen die Möglichkeit zur Ausbreitung.

Darüber hinaus haben Menschenrechtsorganisationen die ISSP tödlicher Angriffe auf Zivilisten in der Region Tillabéri beschuldigt. JNIM hat sich zu den jüngsten Zusammenstößen nicht öffentlich geäußert und war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Diese neue Phase des Konflikts unterstreicht die anhaltende Verschlechterung der Sicherheitslage in der Sahelzone, wo die Zunahme bewaffneter Akteure und die Verschärfung interner Rivalitäten jede Aussicht auf eine dauerhafte Stabilisierung zusätzlich erschweren.

Gemeinschaft

Bemerkungen

Die Kommentarfunktion ist geöffnet, aber vor Spam geschützt. Beiträge und Kommentare mit Links werden manuell geprüft.

Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.

Antworten Sie auf diesen Artikel

Kommentare werden moderiert. Werbebotschaften, automatisierte E-Mails und missbräuchliche Links werden blockiert.

Ihr erster Kommentar oder jede Nachricht, die einen Link enthält, wird möglicherweise erst nach Genehmigung veröffentlicht.