Nach zweiwöchigem Krieg zwischen Israel und der Hisbollah sind im Libanon fast 700.000 Menschen vertrieben worden.
Nach zweiwöchigem Krieg zwischen Israel und der Hisbollah sind im Libanon fast 700.000 Menschen vertrieben worden.

Die eskalierenden Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah haben laut UNICEF fast 700.000 Menschen in Libanon zur Flucht gezwungen, während der Konflikt in seine zweite Woche geht. Unter den Vertriebenen befinden sich etwa 200.000 Kinder, so die UN-Organisation.

Der Libanon wurde tiefer in den regionalen Krieg hineingezogen, nachdem die Hisbollah, die vom Iran unterstützte schiitische Bewegung, als Vergeltung für die Ermordung des iranischen Obersten Führers das Feuer eröffnet hatte. Israel reagierte mit einer Luft- und Militäroffensive, bei der nach Angaben libanesischer Behörden bereits über 400 Menschen im Libanon getötet wurden.

Die israelischen Angriffe richteten sich insbesondere gegen die südlichen Vororte Beiruts, eine politische und militärische Hochburg der Hisbollah. Dichte Rauchsäulen wurden über diesen Vierteln sowie in mehreren Gebieten im Südlibanon beobachtet.

Libanesischen Sicherheitskreisen zufolge wurden fünf Filialen von Al-Qard Al-Hassan, einem von der Hisbollah betriebenen Finanzinstitut, in den südlichen Vororten der Hauptstadt von israelischen Luftangriffen getroffen. Israel hatte zuvor angekündigt, die Finanzstrukturen der Bewegung anzugreifen.

Die israelische Armee ordnete außerdem die Evakuierung mehrerer Gebiete an, die als Hochburgen der Hisbollah galten, darunter in den südlichen Vororten von Beirut, Teilen des Südlibanon und des östlichen Bekaa-Tals.

UNICEF hat seine tiefe Besorgnis über die humanitäre Lage zum Ausdruck gebracht. „Kinder werden in erschreckendem Ausmaß getötet und verletzt“, sagte der Regionaldirektor der Organisation, Edouard Beigbeder. Tausende Kinder leben derzeit in überfüllten Notunterkünften, während viele Familien aus Angst vor Bombenangriffen ihre Häuser verlassen mussten.

Die Spannungen in der Region bleiben sehr hoch. Die Hisbollah meldete einen Schusswechsel im Osten des Libanon, die israelische Armee gab jedoch an, von keinem solchen Zusammenstoß Kenntnis zu haben. Am Boden dauern Luftangriffe und Feuergefechte an und schüren die Befürchtung, der Konflikt könne sich im gesamten Nahen Osten ausbreiten.