Eine Untersuchungskommission der Vereinten Nationen kam zu dem Schluss, dass die Rapid Support Forces (RSF) und ihre Verbündeten in Al-Fashir, Nord-Darfur, einen Völkermord begangen haben, indem sie eine Kampagne durchführten, die von Massakern, Entführungen von Frauen und Mädchen, Gruppenvergewaltigungen und dem gezielten Aushungern der Bevölkerung gekennzeichnet war, wie aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht hervorgeht.
Den Ermittlungsergebnissen zufolge wurden diese Gräueltaten während der langwierigen Belagerung der Stadt verübt, die im vergangenen Jahr von den sudanesischen Streitkräften (SFR) im Zuge des seit über drei Jahren andauernden Bürgerkriegs gegen die sudanesische Armee eingenommen wurde. Die Ermittler gehen davon aus, dass diese Taten Teil einer gezielten Strategie waren und Völkermord darstellen.
Der Bericht stellt außerdem fest, dass die RSF und ihre Verbündeten das Kriegsverbrechen des Aushungerns begangen haben, indem sie die Lieferung humanitärer Hilfe behinderten, die Stadt über einen längeren Zeitraum belagerten und Nahrungsmittelproduktionssysteme angriffen. Die Ermittler warnen zudem vor der Gefahr ähnlicher Gräueltaten in der Stadt Al-Obeid.
Die von der Mission gesammelten Zeugenaussagen schildern extrem brutale Gewalt. Überlebende berichteten, in Räumen vergewaltigt worden zu sein, in denen noch die Leichen kürzlich getöteter Zivilisten, darunter auch Mitglieder ihrer eigenen Familien, lagen.
Die Rapid Support Forces haben diese Anschuldigungen zurückgewiesen. Seit Beginn des Konflikts bestreiten sie jegliche Gräueltaten und behaupten, diese Berichte seien von ihren Gegnern erfunden worden, während sie ihrerseits ihre Feinde ähnlicher Verbrechen beschuldigen.
Dieser neue Bericht der Vereinten Nationen erscheint inmitten der anhaltenden humanitären Katastrophe im sudanesischen Bürgerkrieg. Die Kämpfe haben Millionen von Menschen vertrieben und die Nahrungsmittelkrise in weiten Teilen des Landes verschärft, während die Appelle der internationalen Gemeinschaft zur Einstellung der Kampfhandlungen bisher ungehört verhallten.
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