Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) hat gewarnt, dass Nordkorea bei der Entwicklung seiner militärischen Nuklearkapazitäten „sehr ernsthafte“ Fortschritte mache, einschließlich des wahrscheinlichen Baus einer neuen Urananreicherungsanlage.
IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi bestätigte in Seoul eine rasche Intensivierung der Aktivitäten an mehreren nordkoreanischen Atomanlagen. Er erwähnte insbesondere die Entwicklungen im Yongbyon-Komplex, der als Eckpfeiler des nordkoreanischen Atomprogramms gilt.
Satellitenbilder deuten auf die Existenz einer neuen Urananreicherungsanlage hin, einer Technologie zur Herstellung von waffenfähigem spaltbarem Material. Experten zufolge ist dieses Verfahren eine effizientere Alternative zur Wiederaufbereitung von Plutonium aus Kernreaktoren.
Die IAEA beobachtete zudem eine erhöhte Aktivität im Fünf-Megawatt-Reaktor, der Wiederaufbereitungsanlage und einem Leichtwasserreaktor. Diese Erkenntnisse deuten auf eine Beschleunigung des nordkoreanischen Atomprogramms trotz bestehender internationaler Sanktionen hin.
Laut Rafael Grossi besitzt Nordkorea bereits mehrere Dutzend Atomsprengköpfe. Diese Schätzung basiert auf anhaltenden Anzeichen von Aktivität, wie dem fortgesetzten Betrieb bestimmter Anlagen und dem Ausbau der bestehenden Infrastruktur.
Der IAEA-Vertreter warnte zudem vor der Gefahr der Weiterverbreitung von Atomwaffen in der Region und mahnte Südkorea insbesondere zu besonderer Vorsicht bei seinen Militärprojekten, vor allem im U-Boot-Programm. Diese Entwicklungen unterstreichen die wachsenden Spannungen im Bereich der nuklearen Sicherheit in Ostasien.
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