Die Vereinigten Staaten behaupten, kurz vor der Unterzeichnung eines Friedensabkommens zur Beendigung des dreimonatigen Krieges mit dem Iran zu stehen, wie aus am Freitag veröffentlichten US-Erklärungen hervorgeht. Einzelheiten dieses möglichen Kompromisses wurden jedoch noch nicht bekannt gegeben.
Es ist noch unklar, inwieweit dieses mögliche Abkommen auf dem Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplan (JCPOA) von 2015 basieren oder davon abweichen würde. Dieser Plan wurde zwischen dem Iran und mehreren Großmächten, darunter den USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland, unterzeichnet. Ziel des Abkommens war die Begrenzung des iranischen Atomprogramms im Gegenzug für eine schrittweise Lockerung der internationalen Sanktionen.
Das Abkommen von 2015 sah unter anderem vor, dass die Zeit, die Iran für die Herstellung einer Atomwaffe benötigt, durch Beschränkungen seiner Anreicherungskapazitäten von wenigen Monaten auf etwa ein Jahr verlängert werden sollte. Teheran hat jedoch stets beteuert, dass sein Atomprogramm ausschließlich zivilen Zwecken diene und keinerlei militärischen Zwecken folge.
Das Abkommen sah außerdem eine schrittweise Aufhebung der internationalen Sanktionen gegen mehrere Schlüsselsektoren der iranischen Wirtschaft vor, darunter die Öl-, Gas- und Petrochemieindustrie, das Bankwesen, die Schifffahrt und die Automobilindustrie. Die Beschränkungen galten auch für den Handel mit Gold und Mineralien sowie für bestimmte internationale Finanztransaktionen.
Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union hatten zudem mehrere iranische Institutionen, darunter die Zentralbank, von ihren Sanktionslisten gestrichen und damit den Weg für eine teilweise Wiederaufnahme des Wirtschaftsaustauschs geebnet. Washington hatte außerdem bestimmte Importe, wie beispielsweise iranische Lebensmittel und Teppiche, sowie den Verkauf von Verkehrsflugzeugen genehmigt.
Diese Vereinbarung wurde 2018 in Frage gestellt, als Donald TrumpDer damalige US-Präsident hatte beschlossen, Washington einseitig aus dem JCPOA zurückzuziehen und die Sanktionen gegen Iran wieder in Kraft zu setzen. Teheran begann ab 2019 schrittweise, diese zu missachten, was zu einer kontinuierlichen Verschlechterung der diplomatischen Beziehungen führte.
Laut Berichten vom Freitag bleibt die aktuelle Situation ungewiss, da die Eckpunkte einer möglichen neuen Vereinbarung von den beteiligten Parteien noch nicht detailliert ausgearbeitet wurden.
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