Ein Gericht in Nigeria verurteilte am Mittwoch den ehemaligen Energieminister Saleh Mamman wegen Geldwäsche zu 75 Jahren Gefängnis. Es handelt sich um einen der größten Korruptionsfälle gegen einen hochrangigen Beamten des Landes in den letzten Jahren.
Das Urteil wurde von Richter James Omotosho des Bundesgerichtshofs in Abuja verkündet, nachdem Saleh Mamman in allen zwölf Anklagepunkten für schuldig befunden worden war. Die Information wurde von der nigerianischen Antikorruptionsbehörde, der Economic and Financial Crimes Commission (EFCC), bestätigt.
Laut Anklage soll der ehemalige Minister rund 33,8 Milliarden Naira (knapp 25 Millionen US-Dollar) über mehrere Privatfirmen gewaschen haben. Die Gelder stammen mutmaßlich aus illegalen Aktivitäten im Zusammenhang mit staatlich finanzierten Wasserkraftprojekten, darunter die Kraftwerke Mambilla und Zungeru.
Saleh Mamman, der 2019 als Energieminister amtierte, wurde in Abwesenheit verurteilt. Das Gericht ordnete an, dass nigerianische und internationale Sicherheitsdienste ihn ausfindig machen und den Gefängnisbehörden zur Verbüßung seiner Haftstrafe übergeben sollen.
Dieses Urteil gilt in einem Land, das häufig mit Korruptionsvorwürfen gegen politische und administrative Eliten konfrontiert ist, als selten. Fälle mit hochrangigen Beamten führen selten zu solch harten Strafen.
Der Fall könnte den Druck auf die nigerianischen Behörden erhöhen, den Kampf gegen die Korruption zu intensivieren, ein wichtiges Thema in Afrikas größter Volkswirtschaft, wo Skandale im Zusammenhang mit der Verwaltung öffentlicher Gelder regelmäßig im Mittelpunkt der politischen Debatte stehen.
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