Nigeria: Ehemaliger Energieminister nach dramatischer 75-jähriger Haftstrafe verhaftet
Nigeria: Ehemaliger Energieminister nach dramatischer 75-jähriger Haftstrafe verhaftet

Die nigerianischen Behörden haben die Verhaftung des ehemaligen Energieministers Saleh Mamman bekannt gegeben, nur wenige Tage nachdem er in Abwesenheit wegen Korruption und Geldwäsche zu 75 Jahren Haft verurteilt worden war. Dieser Fall gilt als einer der bedeutendsten Korruptionsfälle in Nigeria der letzten Jahre.

Laut der Kommission für Wirtschafts- und Finanzkriminalität (EFCC) war der ehemalige Minister seit dem Urteil eines nigerianischen Gerichts vom 7. Mai vermisst. Nach mehrtägiger Suche wurde er schließlich in der Nacht in der nordnigerianischen Stadt Kaduna festgenommen.

Der Vorsitzende der EFCC, Ola Olukoyede, erklärte, Saleh Mamman sei bei seiner Flucht „geschützt“ worden. Zwei weitere Verdächtige wurden wegen Beihilfe festgenommen, und es wurde eine Untersuchung des Anwesens eingeleitet, auf dem der ehemalige Minister gefunden wurde.

Nigerianische Gerichte haben Saleh Mamman in zwölf Anklagepunkten wegen Korruption und Geldwäsche in Höhe von 33,8 Milliarden Naira (umgerechnet etwa 24,65 Millionen US-Dollar) für schuldig befunden. Die Anklagepunkte beziehen sich auf Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit zwei staatlich finanzierten Wasserkraftprojekten.

Das Gericht verhängte mehrere Einzelstrafen, darunter zehn Haftstrafen von jeweils sieben Jahren sowie zwei weitere Haftstrafen von drei bzw. zwei Jahren. Da die Strafen addiert wurden, belief sich die Gesamthaftstrafe auf 75 Jahre.

Diese Verhaftung gilt als seltenes Ereignis im Kampf gegen die Korruption in Nigeria, wo Anklagen gegen hochrangige Politiker selten zu rechtskräftigen Verurteilungen führen. Antikorruptionsorganisationen prangern regelmäßig das langsame Tempo der Gerichtsverfahren und die Straflosigkeit einiger einflussreicher Persönlichkeiten an.

Die nigerianischen Behörden hoffen nun, dass dieser Fall die Glaubwürdigkeit der Justizinstitutionen und den Kampf gegen die Korruption in Afrikas bevölkerungsreichstem Land stärken wird.

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