Bei einem Luftangriff der nigerianischen Armee auf einen belebten Markt im Bundesstaat Zamfara im Nordwesten Nigerias wurden laut Amnesty International mindestens 100 Menschen getötet. Die Organisation forderte am Dienstag eine sofortige unabhängige Untersuchung.
Der Bombenanschlag ereignete sich am Sonntag auf dem abgelegenen Markt von Tumfa im Bezirk Zurmi. Laut Amnesty International befanden sich zum Zeitpunkt des Anschlags zahlreiche Zivilisten, darunter Frauen und Mädchen, auf dem Gelände.
Die NGO berichtet, dass Dutzende Verletzte derzeit in Krankenhäusern in Zurmi und Shinkafi, einer Nachbarstadt, behandelt werden. Die Zahl der Todesopfer könnte aufgrund der Schwere der Verletzungen einiger Opfer noch steigen.
Dies ist der zweite tödliche Luftangriff auf einen belebten Markt in Nordnigeria innerhalb eines Monats und schürt erneut die Besorgnis über Militäroperationen in der Region gegen bewaffnete Gruppen und kriminelle Banden.
Das nigerianische Militär reagierte zunächst nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme zu dem Angriff. In der Vergangenheit haben die Streitkräfte stets bestritten, Zivilisten ins Visier zu nehmen, und erklärt, ihre Luftoperationen basierten auf militärischen Geheimdienstinformationen und richteten sich ausschließlich gegen militante Gruppen.
Seit Jahren leidet Nordnigeria unter chronischer Unsicherheit, die von Angriffen bewaffneter Gruppen, Entführungen und Gewalt in ländlichen Gebieten geprägt ist. Militäroperationen gegen diese Gruppen werden regelmäßig beschuldigt, zivile Opfer zu verursachen.
Diese neue Tragödie birgt die Gefahr, den Druck auf die nigerianischen Behörden zu erhöhen, die bereits von mehreren internationalen Organisationen wegen ihres Umgangs mit dem Konflikt und des unzureichenden Schutzes der Zivilbevölkerung in den von der Gewalt betroffenen Regionen kritisiert wurden.
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