Schiffsunglück in Guyana: 27 Tote, 83 Vermisste und zahlreiche Unregelmäßigkeiten
Schiffsunglück in Guyana: 27 Tote, 83 Vermisste und zahlreiche Unregelmäßigkeiten

Die Fähre MV Barima sank in der Nacht vom 18. auf den 19. Juli nordwestlich von Guyana. Die vorläufige Zahl der Todesopfer beträgt 27 geborgene Leichen, 83 Vermisste und 69 Überlebende.

Der guyanische Premierminister Mark Phillips schilderte das Ausmaß der Tragödie auf einer Pressekonferenz: „In dieser Phase der Rettungsmaßnahmen ist die Zahl der Geretteten auf 69 gestiegen. Insgesamt wurden 27 Leichen geborgen. Dem neuesten Bericht zufolge werden noch 83 weitere Personen vermisst.“

Die Suche wird fortgesetzt. „Wir hoffen weiterhin, dass noch Menschen am Leben sind“, betonte der Regierungschef und erklärte, dass die Teams ihre Bemühungen darauf konzentrieren, die Leichen zu bergen, sie formell zu identifizieren und die Familien zu unterstützen.

Das Schiffsunglück war von mehreren beunruhigenden Unregelmäßigkeiten begleitet. Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich 179 Passagiere an Bord, 46 mehr als die 133, die im offiziellen Passagiermanifest aufgeführt waren. Mark Phillips gab an, dass diese Zahl auf Informationen beruhe, die „zum Zeitpunkt der Beladung des Schiffes“ gesammelt wurden.

Der Zustand der Besatzung gibt ebenfalls Anlass zu Fragen. Nach widersprüchlichen Aussagen am Vortag bestätigte der Premierminister, dass der Kapitän einem Drogentest unterzogen wurde. „Die Küstenwache hat den Kapitän in Gewahrsam genommen“, erklärte er, ohne weitere Details zu den Ergebnissen preiszugeben.

Rund fünfzehn französische Militärtaucher aus Französisch-Guyana beteiligen sich an den Rettungsmaßnahmen, unterstützt von Ausrüstung der Ölkonzerne. Eine offizielle Untersuchung soll die Verantwortlichkeit und die genauen Umstände des Schiffsunglücks klären; die Ergebnisse bilden die Grundlage für mögliche rechtliche Schritte.

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