Die humanitäre Organisation Ärzte ohne Grenzen warf am Dienstag den verschiedenen am Konflikt im Südsudan beteiligten Kräften vor, humanitäre Hilfe für politische und militärische Zwecke zu missbrauchen, und prangerte gleichzeitig die zunehmenden Blockaden an, die den Zugang der Zivilbevölkerung verhindern.
Ärzte ohne Grenzen (MSF) erklärt in einer Stellungnahme, dass die südsudanesische Regierung die Lieferung von Hilfsgütern in bestimmte, von der Opposition kontrollierte Gebiete behindert. Die Organisation bezeichnet dies als eine „besorgniserregende Entwicklung“, die den Zugang zu medizinischer Versorgung und humanitärer Hilfe in mehreren Regionen des Landes ernsthaft gefährdet.
Laut der NGO nutzen alle Konfliktparteien humanitäre Hilfe mittlerweile als strategisches Instrument. Diese Instrumentalisierung erschwert die Arbeit der Hilfsorganisationen vor Ort erheblich und verschärft die Lage der von den Kämpfen eingeschlossenen Zivilbevölkerung.
Ärzte ohne Grenzen schätzt, dass fast 762.000 Menschen aufgrund von Angriffen, Bevölkerungsvertreibungen und in von Gewalt betroffenen Gebieten verhängten Einschränkungen den Zugang zur Gesundheitsversorgung verloren haben.
Seit der jüngsten Verhaftung des Vizepräsidenten hat das Land einen neuen Anstieg politischer und sicherheitspolitischer Spannungen erlebt. Dieses Ereignis hat die Befürchtung eines erneuten Bürgerkriegs in diesem jungen Staat, der bereits durch jahrelange Konflikte geschwächt ist, neu entfacht.
Anhaltende Kämpfe und die unsichere Lage erschweren die Arbeit von humanitären Helfern, die zunehmenden Risiken für ihre Teams und Hilfskonvois ausgesetzt sind. Mehrere Regionen sind aufgrund von Kämpfen und von bewaffneten Gruppen auferlegten Beschränkungen weiterhin schwer zugänglich.
Der Südsudan, seit 2011 unabhängig, zählt weiterhin zu den ärmsten und instabilsten Ländern der Welt. Humanitäre Organisationen warnen regelmäßig vor den Folgen des Konflikts für die Zivilbevölkerung, die Hunger, Vertreibung und dem Zusammenbruch des Gesundheitssystems ausgesetzt ist.
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