Merz stellt die Zukunft bemannter Kampfflugzeuge in Deutschland in Frage und schwächt damit das FCAS-Programm (AP)
Merz stellt die Zukunft bemannter Kampfflugzeuge in Deutschland in Frage und schwächt damit das FCAS-Programm (AP)

Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Realisierbarkeit der Entwicklung eines bemannten Kampfflugzeugs der sechsten Generation für die deutsche Luftwaffe infrage gestellt und dabei auf Schwierigkeiten im Rahmen des Programms „Future Combat Air System“ (FCAS) verwiesen. Seine Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund wachsender Unsicherheit über die Zukunft des deutsch-französisch-spanischen Projekts.

„Werden wir in 20 Jahren noch bemannte Kampfflugzeuge brauchen? Werden wir sie dann noch brauchen, wohl wissend, dass ihre Entwicklung extrem teuer sein wird?“, fragte Friedrich Merz im am Mittwoch veröffentlichten Podcast „Machtwechsel“. Der Bundeskanzler warf damit die Frage nach der Wirtschaftlichkeit eines solchen Langzeitprogramms auf.

Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius deutete letzte Woche an, dass die Zukunft des FCAS-Projekts in den kommenden Tagen geklärt werden würde. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines Luftkampfsystems der nächsten Generation, einschließlich eines bemannten Tarnkappenflugzeugs und fortschrittlicher digitaler Fähigkeiten.

Friedrich Merz deutete an, dass Deutschland andere Partnerschaften in Betracht ziehen könnte, falls es zu dem Schluss käme, dass ein bemannter Tarnkappenjäger weiterhin notwendig sei. „Es gibt andere in Europa, beispielsweise Spanien, aber auch andere Länder, die mit uns darüber sprechen wollen“, sagte er.

Diese Äußerungen spiegeln die Unsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen Ausrichtung der deutschen Luftstrategie wider. In einer Zeit, in der unbemannte Technologien und autonome Systeme eine immer wichtigere Rolle in der Militärdoktrin spielen, scheint Berlin die Sinnhaftigkeit eines so ambitionierten und kostspieligen Programms wie FCAS in Frage zu stellen.