Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz erklärte am Sonntag, die israelischen Streitkräfte behielten trotz des jüngsten Waffenstillstands mit der Hisbollah die volle Befugnis, gegen Bedrohungen im Libanon vorzugehen. Er sagte, israelische Truppen seien weiterhin in der von Israel als „Sicherheitszone“ bezeichneten Zone entlang der Grenze stationiert.
Diese Erklärung erfolgte zwei Tage nach Inkrafttreten einer Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah, einer vom Iran unterstützten bewaffneten Gruppe. Das Abkommen hat nach mehrmonatiger militärischer Eskalation, die die Region schwer destabilisiert hatte, zu einem deutlichen Rückgang der Gewalt geführt.
Die Spannungen hielten jedoch auch am Samstag an. Laut der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA wurden bei israelischen Luftangriffen im Libanon mindestens 20 Menschen getötet. Israel behauptet, die Angriffe seien eine Vergeltungsmaßnahme für Beschuss israelischer Soldaten im Süden des Landes gewesen und hätten Stellungen der Hisbollah zum Ziel gehabt.
Ein Vertreter der Hisbollah erklärte gegenüber Reuters, die Bewegung respektiere die Waffenruhe, solange Israel dies ebenfalls tue. Er wies jedoch die Vorstellung zurück, israelische Streitkräfte könnten sich frei im Südlibanon bewegen, und bezeichnete eine solche Präsenz als inakzeptabel.
Laut diesem Beamten haben Hisbollah-Kämpfer seit Samstag, 18:30 Uhr Ortszeit, nicht mehr auf israelische Truppen geschossen. Sicherheitskreise bestätigten gegenüber Reuters ebenfalls, dass Israel seitdem keine größeren Luftangriffe im Libanon durchgeführt hat.
Diese Ruhepause stellt die längste Unterbrechung größerer Bombenangriffe seit Beginn des Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah am 2. März dar. Sie nährt die Hoffnung auf dauerhafte Stabilität, auch wenn Äußerungen beider Seiten zeigen, dass das Misstrauen weiterhin groß ist.
Die Lage im Libanon gehörte auch zu den Themen der Friedensgespräche, die am Sonntag in der Schweiz zwischen US-amerikanischen und iranischen Vertretern stattfanden. Teheran betonte, dass die Zukunft des Waffenstillstands im Libanon ein zentrales Element der Gespräche sei und unterstrich die strategische Bedeutung dieses Themas für die gesamte Region.
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