Die Ukraine intensiviert ihre Drohnenangriffe mittlerer Reichweite gegen russische Stellungen weit hinter der Frontlinie und setzt zunehmend auf diese Strategie, um Moskaus militärische Logistik und Luftverteidigungssysteme zu stören.
In der Ostukraine demonstrierten Soldaten des 1. Zentrums der Streitkräfte für unbemannte Systeme, einer auf Drohnen spezialisierten Eliteeinheit, gegenüber Reuters, wie sie ihre Geräte vorbereiten und von unauffälligen Standorten aus starten, mitunter inmitten von Feldern. Die Drohnen werden vor Ort montiert und anschließend so programmiert, dass sie militärische Ziele in mehreren Dutzend Kilometern Entfernung angreifen.
„Wir konzentrieren unsere Anstrengungen auf feindliche Stützpunkte am Boden, Munitionsdepots und Luftverteidigungssysteme“, erklärte der Einheitskommandeur, der nur mit seinem Rufzeichen „Kyt“ identifiziert wurde, was „Wal“ bedeutet.
Soldaten legen mithilfe von Laptops die Zielkoordinaten vor dem Start fest. Nach der Vorbereitung werden die Drohnen mit einem Katapultsystem in die Luft befördert, während Techniker direkt am Boden letzte Anpassungen vornehmen.
Laut ukrainischen Behörden zielen diese Angriffe auf Stellungen, die 30 bis 180 Kilometer hinter der Frontlinie liegen. Kiew ist überzeugt, dass diese Strategie den Vormarsch der russischen Streitkräfte verlangsamt, indem sie Nachschubwege und wichtige militärische Infrastruktur unterbricht.
Ukrainischer Präsident Volodymyr Zelensky erklärte diesen Monat, dass sich die Zahl solcher Angriffe seit Februar vervierfacht habe, ein Zeichen für die wachsende Bedeutung, die dieser technologischen Kriegsführung beigemessen wird.
Militäranalysten sind jedoch der Ansicht, dass diese Operationen zwar die russischen Fähigkeiten schwächen und ihre Logistik erschweren, aber allein nicht ausreichen, um das Kräfteverhältnis am Boden gegenüber einer ressourcenmäßig überlegenen russischen Armee umzukehren. Dennoch scheinen Drohnen nun eines der wichtigsten Instrumente der Ukraine zu sein, um die russische Offensive einzudämmen und den Druck weit hinter den feindlichen Linien aufrechtzuerhalten.
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