Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hat erneut vor der Lage im Sudan gewarnt und erklärt, dass sich um die belagerte Stadt al-Obeid eine neue humanitäre Katastrophe anbahnt. Er rief die internationale Gemeinschaft zum Eingreifen auf, um den zunehmenden Gräueltaten gegen Zivilisten entgegenzuwirken.
Al-Obeid, die Hauptstadt des Bundesstaates Nord-Kordofan, steht im Zentrum der jüngsten Kämpfe zwischen der sudanesischen Armee und den Rapid Support Forces (RSF), die sich seit über drei Jahren im Krieg befinden. Dieser Konflikt hat bereits eine der schlimmsten humanitären Krisen weltweit ausgelöst: Millionen Menschen wurden vertrieben, und die Bevölkerung leidet unter Nahrungsmittel- und Gesundheitsknappheit.
Volker Türk erklärte vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf, die Bewohner von al-Obeid lebten seit 18 Monaten unter Belagerung. Er prangerte den akuten Mangel an Trinkwasser, die unerbittlichen Drohnenangriffe und die stetige Verschlechterung der Lebensbedingungen der Zivilbevölkerung an.
Das Büro des Hohen Kommissars für Menschenrechte erklärt, zahlreiche Menschenrechtsverletzungen in der Region Kordofan dokumentiert zu haben. Dazu gehören standrechtliche Hinrichtungen, Entführungen, Folter und sexuelle Gewalt entlang der Fluchtrouten von Binnenvertriebenen.
Angesichts dieser Situation appellierte Volker Türk an die internationale Gemeinschaft, weitere Gräueltaten zu verhindern. Der sudanesische Außenminister forderte seinerseits ein Ende der Waffenlieferungen an die Rapid Support Forces, denen die Behörden vorwerfen, die Gewalt im Land zu schüren.
Da die Kämpfe andauern, befürchten UN-Beamte eine rasche Eskalation der humanitären Krise, wenn keine Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung und zur Erleichterung der Hilfslieferungen in die am stärksten betroffenen Gebiete ergriffen werden.
Gemeinschaft
Bemerkungen
Die Kommentarfunktion ist geöffnet, aber vor Spam geschützt. Beiträge und Kommentare mit Links werden manuell geprüft.
Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.