Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat am Freitag die ersten verbindlichen internationalen Standards verabschiedet, die darauf abzielen, den Status und die Arbeitsbedingungen von Selbstständigen zu regeln – einem Sektor, der mit dem Aufstieg digitaler Plattformen ein starkes Wachstum verzeichnet.
Diese neuen Regeln stellen einen wichtigen Fortschritt für Plattformarbeiter und Freiberufler dar, insbesondere für App-Fahrer und Lieferfahrer, deren Arbeitsbedingungen je nach Land und Unternehmen stark variieren. Das erklärte Ziel ist die weltweite Harmonisierung eines Mindeststandards an Schutzmaßnahmen.
Laut Angaben der ILO enthält das Abkommen Bestimmungen zu Vergütung, Sozialschutz und Arbeitsbedingungen. Es zielt darauf ab, prekäre Beschäftigungsverhältnisse zu reduzieren und gleichzeitig die Besonderheiten der Selbstständigkeit in der digitalen Wirtschaft zu berücksichtigen.
Ein zentraler Aspekt dieser neuen Vereinbarung betrifft das algorithmische Management, das von Plattformen zunehmend zur Organisation von Aufgaben, zur Zuweisung von Tätigkeiten und zur Bewertung der Arbeitsleistung eingesetzt wird. Die neuen Standards zielen darauf ab, diese Praktiken zu regulieren, um mehr Transparenz und Fairness zu gewährleisten.
Diese Entscheidung fällt in eine Zeit, in der viele Länder über nationale Reformen des Status von Plattformarbeitern diskutieren. In Mexiko beispielsweise laufen Gespräche über eine bessere Regulierung von App-Fahrern und Lieferfahrern – ein Sektor, der von diesen Veränderungen besonders betroffen ist.
Mit dieser Initiative unternimmt die ILO einen beispiellosen Schritt zur Regulierung der Selbstständigkeit weltweit, und zwar in einem Kontext, in dem traditionelle Beschäftigungsmodelle durch digitale Plattformen grundlegend verändert werden.
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