Zum ersten Mal seit Jahren der Spaltung nahmen Streitkräfte beider rivalisierender Lager in Libyen an gemeinsamen, von den USA geführten Militärübungen teil – ein beispielloses Zeichen der Annäherung.
Diese in der Stadt Sirte organisierten Manöver brachten Einheiten der Libyschen Nationalarmee (LNA), die dem östlichen Lager angehören, und der in Tripolis ansässigen und von den Vereinten Nationen anerkannten Regierung der Nationalen Übereinkunft zusammen.
Diese unter der Leitung des US Africa Command stattfindenden Übungen mit dem Namen „Flintlock“ zielen darauf ab, die Fähigkeiten der Spezialeinheiten und die sicherheitspolitische Zusammenarbeit in der Region zu stärken.
Libyen ist nach wie vor tief gezeichnet von den Spaltungen, die aus dem Bürgerkrieg resultieren, der 2014 nach dem Sturz des ehemaligen Machthabers Muammar Gaddafi ausbrach. Die Kämpfe erreichten ihren Höhepunkt zwischen 2019 und 2020, als die Truppen von Marschall Khalifa Haftar versuchten, die Hauptstadt einzunehmen.
Seitdem haben sich die Spannungen etwas gelegt. Beide Seiten haben kürzlich einen wichtigen Schritt nach vorn gemacht, indem sie sich auf einen gemeinsamen Haushalt – den ersten seit über einem Jahrzehnt – zur Verwaltung der Öleinnahmen des Landes geeinigt haben.
Für libysche Regierungsvertreter symbolisiert diese militärische Zusammenarbeit den Wunsch nach Stabilisierung und Wiederaufbau. Sie könnte den Weg für eine umfassendere Kooperation in einem Land ebnen, in dem der Frieden zwar weiterhin fragil ist, sich aber erste Anzeichen einer Annäherung abzeichnen.
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