Bei einem israelischen Luftangriff im Südlibanon wurde eine trauernde Familie getroffen. Laut Augenzeugen und lokalen Behörden kam dabei ein 18 Monate altes Mädchen während der Beerdigung ihres Vaters ums Leben. Die Tragödie ereignete sich im Dorf Srifa, wo die Angehörigen gehofft hatten, aufgrund einer regionalen Waffenruhe in Ruhe trauern zu können.
Unter den Überlebenden war die siebenjährige Aline Saeed, die nach dem Angriff, der Anfang der Woche ihr Elternhaus zerstört hatte, schwer verletzt unter blutigen Verbänden gefunden wurde. Als sie zurückkehrte, um ihren Vater zu beerdigen, musste sie mitansehen, wie ihre jüngere Schwester Taleen und andere Familienmitglieder bei einem weiteren Angriff während der Trauerfeier ums Leben kamen.
Die ersten Bombenangriffe erfolgten am Mittwoch, dem ersten Tag der zwischen den USA und dem Iran verkündeten Waffenruhe, von der viele Libanesen gehofft hatten, dass sie auch für ihr Territorium gelten würde. Doch die israelischen Angriffe hielten an und töteten nach Angaben lokaler Behörden landesweit mehr als 350 Menschen, wodurch die ohnehin schon hohe Opferzahl des Konflikts weiter verschärft wurde.
„Sie sagten, es sei ein Waffenstillstand … wir gingen ins Dorf, um zu beten und dann wieder abzureisen, und plötzlich fühlte es sich an, als ob ein Sturm über uns hereinbrach“, erzählte Nasser Saeed, 64, der Großvater des Mädchens und ebenfalls Überlebender des Angriffs. Sein Bericht verdeutlicht die Fassungslosigkeit und Verzweiflung der betroffenen Familien.
Am Sonntag versammelten sich in Tyros Angehörige, um die in Leichentücher gehüllten Leichen zu bergen, darunter auch die der kleinen Taleen. Lokalen Berichten zufolge wurden seit Beginn der israelischen Angriffe im Libanon mehr als 160 Kinder getötet, was die Sorge um die menschlichen Kosten des Konflikts verstärkt.
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