Europa verschärft den Druck auf die russische „Geisterflotte“: Öltanker unter falscher kamerunischer Flagge geraten ins Visier.
Europa verschärft den Druck auf die russische „Geisterflotte“: Öltanker unter falscher kamerunischer Flagge geraten ins Visier.

Die Europäische Union verschärft ihren Kampf gegen die Öltanker der russischen „Geisterflotte“, die unter betrügerischer Führung der kamerunischen Flagge russisches Öl transportieren und so westliche Sanktionen umgehen. Laut Beamten und Dokumenten, die Reuters vorliegen, hat Kamerun im Zuge dieser Offensive 39 Schiffe aus seinem Schiffsregister streichen lassen.

Am 8. Juni erweiterte die Europäische Union das Mandat der Marineoperation IRINI im Mittelmeer. Diese Mission ist nun befugt, Schiffe, die im Verdacht stehen, der russischen Schattenflotte anzugehören, zu entern, zu immobilisieren, festzusetzen und zu inspizieren. Moskau verurteilte diese Entscheidung aufs Schärfste.

Seit der Verhängung westlicher Sanktionen stützt sich Russland für seine Ölexporte weiterhin auf eine Flotte von Öltankern, die oft alt sind und keine von westlichen Ländern anerkannten Versicherungen oder Sicherheitszertifizierungen besitzen. Diese Schiffe fahren unter verschiedenen Flaggen, um ihre wahren Eigentümer, ihre Ladung und ihre Fahrtrouten zu verschleiern.

Laut zwei europäischen Militärquellen nutzten drei kürzlich im Rahmen der Operation IRINI beschlagnahmte und inspizierte Öltanker – die „Nelsa“, die „Oneiroi“ und die „Sandhya“ – unrechtmäßig die kamerunische Flagge. Darüber hinaus wurden seit Anfang 2026 neun weitere Schiffe von der französischen, belgischen, britischen und schwedischen Marine abgefangen, von denen fünf ebenfalls unter kamerunischer Flagge fuhren.

Die kamerunischen Behörden hatten bereits in den vergangenen Monaten vor dem Missbrauch ihres Schiffsregisters durch illegale Tanker gewarnt, die russisches Öl transportierten. Angesichts dieser Situation hat Yaoundé Maßnahmen ergriffen, um die betreffenden Schiffe aus dem Register zu streichen und so diesen betrügerischen Praktiken Einhalt zu gebieten.

Diese Verschärfung der Kontrollen verdeutlicht den Wunsch der europäischen Länder, die Operationen der russischen Geisterflotte zu erschweren, die zu einem zentralen Element der Moskauer Strategie geworden ist, trotz internationaler Sanktionen seine Kohlenwasserstoffexporte aufrechtzuerhalten.

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