Minderheiten in Belfast leben nach einer Welle rassistischer Gewalt in Angst.
Minderheiten in Belfast leben nach einer Welle rassistischer Gewalt in Angst.

Angehörige der ethnischen Minderheiten Belfasts berichten, dass sie in Angst leben, nachdem es infolge eines Messerangriffs am 8. Juni mehrere Tage lang zu einwanderungsfeindlichen Gewaltausbrüchen in der nordirischen Hauptstadt gekommen war.

Bewohner mit Migrationshintergrund berichteten Reuters, sie hätten Angst, ihre Häuser zu verlassen, während einige Familien nach dem Anblick maskierter Gruppen in den Straßen der Stadt lieber drinnen blieben. Berichten zufolge wurden mehrere von Menschen ausländischer Herkunft bewohnte Häuser während der Unruhen angegriffen.

Laut Zeugenaussagen hat die Gewalt in den betroffenen Gemeinden ein tiefes Gefühl der Unsicherheit ausgelöst. Lokale Organisationen und Freiwillige haben sich mobilisiert, um gefährdete Menschen mit Nahrungsmitteln, psychologischer Unterstützung und Hilfe zu versorgen.

Eine Gewerkschaftsvertreterin berichtete, dass eine Krankenschwester aus einer ethnischen Minderheit auf ihrem Weg zur Arbeit von maskierten Männern verfolgt wurde. Auch andere ausländische Arbeiter berichteten von Einschüchterungen und Bedrohungen.

Die Unruhen brachen nach einem Messerangriff aus, bei dem ein Mann schwer verletzt wurde. Obwohl die polizeilichen Ermittlungen noch andauern, folgten auf den Vorfall Proteste, die schnell in Gewalt umschlugen und sich gegen Migranten und ausländische Einwohner richteten.

Die britischen Behörden haben die Ausschreitungen aufs Schärfste verurteilt. Der Minister für Nordirland bezeichnete die Ereignisse als „rassistische Gewalttaten“, während Strafverfolgungsbeamte darauf hinwiesen, dass ein Teil der Gewalt offenbar online koordiniert worden war.

Menschenrechtsorganisationen haben zur Ruhe aufgerufen und die politischen Entscheidungsträger dringend gebeten, Desinformation und Hassrede zu bekämpfen. Sie betonen, dass ethnische Minderheiten eine wichtige Rolle in der lokalen Wirtschaft spielen, insbesondere im Gesundheits- und im öffentlichen Dienstleistungssektor.

Während sich die Lage allmählich zu stabilisieren scheint, geben viele betroffene Anwohner an, dass sie weiterhin um ihre Sicherheit und ihre Zukunft in Nordirland besorgt sind.

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