Die Vereinigten Staaten stehen kurz vor dem Abschluss einer Vereinbarung mit Mali über die Wiederaufnahme von Luftaufklärungsoperationen, die darauf abzielen, Informationen über in dem westafrikanischen Land aktive Dschihadistengruppen zu sammeln, sagten ein aktueller und ein ehemaliger US-Beamter.
Laut diesen Quellen würde das Abkommen Washington die Wiederaufnahme von Flugzeug- und Drohnenflügen über malischem Territorium ermöglichen, um die Aktivitäten bewaffneter Gruppen mit Verbindungen zu Al-Qaida zu überwachen. Mali ist seit mehreren Jahren mit einem besonders gewalttätigen dschihadistischen Aufstand konfrontiert, der maßgeblich von der Gruppe zur Unterstützung des Islam und der Muslime (JNIM) angeführt wird, einer Organisation mit Verbindungen zum Al-Qaida-Netzwerk.
Diese Entwicklung erfolgt, nachdem die USA kürzlich die Sanktionen gegen drei hochrangige malische Beamte aufgehoben haben – ein Schritt, der von einigen Beobachtern als Zeichen der Entspannung zwischen Washington und den Militärbehörden in Bamako interpretiert wurde. Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern hatten sich nach aufeinanderfolgenden Staatsstreichen in Mali und der Annäherung des Regimes an Russland deutlich verschlechtert.
Die Wiederaufnahme der US-Geheimdienstoperationen könnte auch mit humanitären und sicherheitspolitischen Bedenken zusammenhängen. Laut mehreren Quellen befindet sich ein in der Region entführter amerikanischer Missionspilot möglicherweise auf malischem Territorium, was Washingtons Interesse an einer verstärkten Überwachung von Gebieten unter der Kontrolle bewaffneter Gruppen unterstreicht.
Sollte das Abkommen zustande kommen, würde dies eine teilweise Wiederaufnahme der Sicherheitskooperation zwischen den Vereinigten Staaten und Mali im Kampf gegen dschihadistische Organisationen bedeuten, die in der Sahelzone operieren, einer Region, in der sich die Instabilität in den letzten Jahren erheblich verschärft hat.