Der libanesische Präsident ruft zur Einigkeit bezüglich des staatlichen Waffenmonopols auf.
Der libanesische Präsident ruft zur Einigkeit bezüglich des staatlichen Waffenmonopols auf.

Der libanesische Präsident Joseph Aoun hat dem Iran vorgeworfen, den Libanon in seinen Gesprächen mit den Vereinigten Staaten als Verhandlungsmasse zu benutzen. Dies ist eine seiner schärfsten Kritiken an Teheran seit seinem Amtsantritt.

In einem Interview mit CNN sagte das Staatsoberhaupt, die Libanesen zahlten den Preis für iranische Interessen in der Region, und prangerte eine Situation an, die seiner Ansicht nach für die Bevölkerung unerträglich geworden sei.

„Sie benutzen den Libanon als Druckmittel in ihren Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten. Das ist inakzeptabel“, sagte Joseph Aoun laut Auszügen aus dem Interview, die vom amerikanischen Sender veröffentlicht wurden.

Diese Erklärungen erfolgen vor dem Hintergrund des seit über drei Monaten andauernden Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah. Die vom Iran unterstützte libanesische Schiitenbewegung eröffnete Ende Februar nach den gemeinsamen Luftangriffen der USA und Israels gegen den Iran eine neue Front gegen Israel und solidarisierte sich mit Teheran.

Der ehemalige libanesische Armeechef Joseph Aoun, ein maronitischer Christ, hat seit seiner Wahl zum Präsidenten wiederholt zur Deeskalation aufgerufen. Er setzt sich insbesondere für eine schrittweise und friedliche Entwaffnung der Hisbollah ein, um die Autorität des libanesischen Staates zu stärken.

Der Präsident sprach sich zu Beginn des Konflikts auch für direkte Gespräche mit Israel aus, eine Position, die ihn in Konflikt mit der Hisbollah und ihren politischen Verbündeten brachte.

Der Iran seinerseits betrachtet einen Waffenstillstand im Libanon als eine wesentliche Voraussetzung für jedes Friedensabkommen mit den Vereinigten Staaten im Rahmen von Verhandlungen zur Beendigung der regionalen Krise.

Die Äußerungen von Joseph Aoun verdeutlichen die tiefen politischen und sektiererischen Spaltungen im Libanon, wo ein Teil der Bevölkerung zunehmend offen den iranischen Einfluss und die Rolle der Hisbollah in regionalen Konflikten kritisiert.

Während weiterhin diplomatische Bemühungen unternommen werden, die Feindseligkeiten zu beenden, besteht durch die Äußerungen des libanesischen Präsidenten die Gefahr, die Spannungen zwischen Beirut, der Hisbollah und Teheran in einem Kontext zu verschärfen, der bereits von starker Sicherheits- und politischer Instabilität geprägt ist.

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