Der ungarische Ministerpräsident Peter Magyar erklärte am Mittwoch, er könne sich bereits im Juni mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj treffen, sofern eine Einigung über die Rechte der ungarischen Minderheit in der Ukraine erzielt werde. Diese Aussicht deutet auf einen versöhnlicheren Ton in den Beziehungen zwischen Budapest und Kiew hin.
Diese Erklärung erfolgte im Rahmen eines offiziellen Besuchs in Polen, den der ungarische Ministerpräsident nutzen möchte, um die Beziehungen zwischen Ungarn und der Europäischen Union wiederzubeleben. Diese Beziehungen waren in den letzten Jahren unter seinem Vorgänger Viktor Orbán stark belastet, insbesondere aufgrund der Spannungen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg und Budapests Beziehungen zu Moskau.
Im Zentrum der Gespräche zwischen Ungarn und der Ukraine steht die Situation der rund 150.000 ethnischen Ungarn in der Ukraine. Budapest fordert Garantien für ihr Recht auf die Verwendung ihrer Muttersprache – eine Bedingung, die die ungarische Regierung im Kontext der Beitrittsverhandlungen der Ukraine zur Europäischen Union als unerlässlich erachtet.
Peter Magyar äußerte die Hoffnung auf einen raschen und positiven Abschluss dieser Gespräche. Er erwähnte die Möglichkeit eines Treffens mit Wolodymyr Selenskyj Anfang Juni in Berehove, einer Stadt in der Westukraine mit einer großen ungarischen Gemeinde.
In diesem Zusammenhang begannen Kiew und Budapest am Mittwoch Online-Konsultationen zwischen ihren Außenministern, ein Schritt, der als Zeichen für die Wiederaufnahme des diplomatischen Dialogs zwischen den beiden Ländern dargestellt wurde.
Polen bot zudem seine Unterstützung bei der Diversifizierung der ungarischen Energiequellen an, ein heikles Thema in den Beziehungen zwischen Budapest und Brüssel. Ungarns Abhängigkeit von russischen Energieimporten war einer der Hauptstreitpunkte zwischen der Europäischen Union und der vorherigen ungarischen Regierung.
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