Die französischen Behörden haben dem Öltanker GRINCH die Ausreise aus den Hoheitsgewässern gestattet, nachdem das Unternehmen, dem das Schiff gehört, eine Geldstrafe von „mehreren Millionen Euro“ gezahlt hatte, wie der französische Außenminister Jean-Noël Barrot mitteilte.
Das Schiff wurde im Alboranmeer abgefangen und anschließend in den Hafen von Marseille-Fos umgeleitet. Es besteht der Verdacht, dass es unter falscher Flagge operiert und zur „Geisterflotte“ gehört, mit der Moskau die westlichen Sanktionen gegen seine Ölexporte umgeht.
In einer auf X veröffentlichten Nachricht erklärte Jean-Noël Barrot, dass „die Umgehung europäischer Sanktionen ihren Preis hat“, und fügte hinzu, dass Russland dank dieser Schiffe, die außerhalb internationaler Regeln operieren, seinen Krieg nicht mehr „ungestraft“ finanzieren könne.
Seit Beginn des Krieges in der Ukraine haben europäische Länder ihre maritime Überwachung verstärkt, um Tanker aufzuspüren, die im Verdacht stehen, die russische Herkunft des transportierten Öls zu verschleiern. Diese Schiffe wechseln häufig Flagge, Versicherer oder Eigentümer, um Kontrollen zu entgehen.
Der Fall GRINCH verdeutlicht die Entschlossenheit von Paris, die von der Europäischen Union verhängten Sanktionen strikt durchzusetzen und gleichzeitig eine diplomatische Eskalation zu vermeiden. Die Abfahrt des Schiffes, die an die Zahlung der Geldstrafe geknüpft ist, sendet ein abschreckendes Signal an die Akteure dieser Parallelmärkte.