Montenegro ist entschlossener denn je, der nächste Mitgliedstaat der Europäischen Union zu werden. Das kleine Balkanland hofft, bereits 2028 dem europäischen Staatenbund beizutreten und damit das 28. Mitglied der EU zu werden – eine Perspektive, die auch in der Kommunikation der nationalen Fluggesellschaft Air Montenegro hervorgehoben wird, die den Slogan „28 bis 28 – Das nächste EU-Mitglied“ übernommen hat.
Mit rund 630.000 Einwohnern gilt Montenegro als einer der zugänglichsten Beitrittskandidaten für Brüssel. Sein Beitritt würde die Erweiterungspolitik der Union wiederbeleben, die seit dem EU-Beitritt Kroatiens im Jahr 2013 ins Stocken geraten ist. Verglichen mit anderen potenziellen Kandidaten, insbesondere der Ukraine, wird das Land aufgrund seiner demografischen und wirtschaftlichen Lage oft als leichter zu integrieren angesehen.
Podgorica hat in den letzten Wochen seine Position als aussichtsreicher Beitrittskandidat gefestigt. Die Europäische Union hat kürzlich eine Arbeitsgruppe zur Ausarbeitung des künftigen Beitrittsvertrags eingesetzt – ein Signal, das als bedeutender Erfolg für die montenegrinischen Behörden gewertet wird.
Das für 2028 gesetzte Ziel bleibt jedoch besonders ambitioniert. Bevor Montenegro der Union beitreten kann, muss das Land noch mehrere wichtige Reformen abschließen, insbesondere in den Bereichen Rechtsstaatlichkeit, richterliche Unabhängigkeit und Korruptionsbekämpfung. Diese Themen sind für Brüssel weiterhin von zentraler Bedeutung.
Die montenegrinischen Behörden haben in den letzten Jahren mehrere Antikorruptionsinitiativen gestartet, doch bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich der Funktionsweise der Institutionen und der Medienfreiheit. Diese Fragen werden von den europäischen Institutionen im Rahmen des Verhandlungsprozesses eingehend geprüft.
Selbst wenn das Land die erforderlichen Kriterien erfüllt, muss sein Beitritt von allen 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union ratifiziert werden. Montenegro, eine ehemalige jugoslawische Republik, die einst enge Beziehungen zu Russland pflegte, hat seine Außenpolitik schrittweise nach Westen ausgerichtet und hofft nun, den letzten Schritt zur vollständigen Integration in die Europäische Union zu gehen.
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