Der taiwanesische Oppositionsführer versucht, Washington hinsichtlich seiner China-Politik zu beruhigen.
Der taiwanesische Oppositionsführer versucht, Washington hinsichtlich seiner China-Politik zu beruhigen.

Die Vorsitzende der größten Oppositionspartei Taiwans, Cheng Li-wun, bemühte sich während eines zweiwöchigen Besuchs in den Vereinigten Staaten, die Bedenken US-amerikanischer Beamter hinsichtlich der Haltung ihrer Bewegung gegenüber China zu zerstreuen.

Als Vorsitzende der Kuomintang (KMT), Taiwans wichtigster Oppositionspartei, hat Cheng Li-wun zahlreiche Treffen mit Mitgliedern des US-Kongresses, Akademikern und Vertretern von Denkfabriken abgehalten, um die Strategie ihrer Partei zu verteidigen. Ihren Aussagen zufolge bestehen in Washington weiterhin viele „Missverständnisse“ hinsichtlich des Vorgehens der KMT, das oft als zu entgegenkommend gegenüber Peking wahrgenommen wird.

Dieser Besuch folgt auf eine Reise nach China im April, bei der Cheng Li-wun den chinesischen Präsidenten traf. Xi JinpingDieses Treffen hatte Kritik bei einigen amerikanischen und taiwanesischen Beamten ausgelöst, die befürchten, dass eine politische Annäherung an Peking die Fähigkeit der Insel, dem chinesischen Druck standzuhalten, schwächen könnte.

Die Kuomintang beharrt jedoch darauf, dass der Dialog mit China ihr Bekenntnis zur taiwanesischen Demokratie nicht infrage stellt. Cheng Li-wun bekräftigte, dass seine Partei weiterhin für die Sicherheit der Insel einsteht und bereit ist, einen eigenen Verteidigungsgesetzentwurf vorzulegen.

Die Debatte um die Militärausgaben ist in Taiwan ein heikles Thema. Mehrere US-Beamte haben der Opposition vorgeworfen, bestimmte Budgets, die zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit der Insel angesichts der wachsenden Bedrohungen aus Peking vorgesehen sind, zu verlangsamen oder zu blockieren.

Cheng Li-wun betonte zudem, dass ein friedlicher Dialog zwischen den beiden Seiten der Taiwanstraße weiterhin möglich sei. Seine Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund anhaltend hoher Spannungen zwischen China und Taiwan. Peking betrachtet die Insel nach wie vor als integralen Bestandteil seines Territoriums und schließt den Einsatz von Gewalt zur Erreichung der Wiedervereinigung nicht aus.

Der Besuch der KMT-Vorsitzenden zielte somit darauf ab, amerikanische Beamte davon zu überzeugen, dass ihre Partei die taiwanesische Demokratie unterstützt, die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten aufrechterhält und eine friedliche Koexistenz mit China anstrebt.

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