Die kambodschanische Regierung hat bekannt gegeben, dass sie unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen einen Schlichtungsprozess eingeleitet hat, um ihren langjährigen Seestreit mit Thailand im Golf von Thailand, einem potenziell reichhaltigen Gebiet an Kohlenwasserstoffen, beizulegen.
Diese Initiative folgt auf Bangkoks Entscheidung, ein im Jahr 2001 unterzeichnetes Abkommen einseitig zu kündigen, das bis jetzt als Rahmen für die Gespräche zwischen den beiden Ländern über ihre konkurrierenden maritimen Ansprüche gedient hatte.
Der kambodschanische Premierminister Hun Manet erklärte, dieser Schritt diene dem Schutz der Souveränität und der maritimen Rechte Kambodschas im Einklang mit dem Völkerrecht. Laut Phnom Penh wurden die thailändischen Behörden und die Vereinten Nationen offiziell über die Einleitung des Verfahrens informiert.
Das betreffende Gebiet gilt aufgrund seiner potenziell bedeutenden Öl- und Erdgasvorkommen als strategisch wichtig. Schätzungen zufolge könnten die Ressourcen einen Wert von mehreren hundert Milliarden Dollar haben, was die Bedeutung des Themas für beide Länder erklärt.
Der thailändische Premierminister Anutin Charnvirakul erklärte, er habe noch keine Einzelheiten zu dem von Kambodscha eingeleiteten Verfahren erhalten. Er präzisierte, Bangkok habe seine Position zu den nächsten Schritten noch nicht endgültig festgelegt.
Nach Angaben der kambodschanischen Behörden hat Thailand nun 21 Tage Zeit, um gemäß dem im Völkerrecht vorgesehenen Mechanismus seine Vermittler zu ernennen.
Der Seestreit zwischen den beiden südostasiatischen Nachbarn dauert bereits seit Jahrzehnten an. Trotz mehrerer Verhandlungsrunden konnte bisher keine endgültige Vereinbarung zur klaren Abgrenzung der von beiden Staaten beanspruchten Seegebiete erzielt werden.
Die Eröffnung dieses Schlichtungsverfahrens stellt einen neuen Versuch dar, einen heiklen Streit friedlich beizulegen, der erhebliche Auswirkungen auf die künftige Nutzung der Energieressourcen im Golf von Thailand haben könnte.
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