Teile Südsomalias sind nun von einer akuten Hungersnot bedroht, warnten zwei internationale Organisationen zur Beobachtung der Ernährungssicherheit am Donnerstag. Erstmals seit 2022 hat ein somalischer Distrikt einen als extrem kritisch eingestuften Hungerzustand erreicht.
Der Distrikt Burhakaba mit seinen rund 200.000 Einwohnern ist besonders betroffen. Laut einem Bericht der von den Vereinten Nationen unterstützten Integrierten Phaseklassifizierung der Ernährungssicherheit (IPC) leiden dort mehr als 37 % der Kleinkinder an akuter Mangelernährung – eine alarmierende Zahl, die die Schwere der humanitären Lage verdeutlicht.
Experten erklären, dass die Region unter den Folgen mehrerer unzureichender Regenzeiten, anhaltender Unsicherheit und explodierender Lebensmittelpreise leidet. Somalia wird regelmäßig von schweren Dürren heimgesucht, die Ernten vernichten und Viehbestände dezimieren, was die Armut im Land weiter verschärft.
Die aktuelle Krise wird durch die Kürzung der internationalen Hilfe zusätzlich verschärft. Laut humanitären Beobachtern erhalten aufgrund von Budgetkürzungen in mehreren ausländischen Hilfsprogrammen nur noch 12 % der von einer Nahrungsmittelkrise betroffenen Somalier Unterstützung.
Die geopolitischen Folgen des Krieges zwischen Israel und den USA gegen den Iran erschweren laut Analysten auch humanitäre Hilfseinsätze und internationale Lieferketten. Diese Situation verringert zusätzlich die Fähigkeit von Organisationen, in den am stärksten betroffenen Gebieten schnell einzugreifen.
Somalia trägt noch immer die traumatische Erinnerung an die Hungersnot von 2011, der etwa 250.000 Menschen zum Opfer fielen. Das Land entging 2017 und erneut 2022 nur knapp einer ähnlichen Katastrophe. Hilfsorganisationen befürchten nun, dass eine weitere Tragödie drohen könnte, wenn die internationale Hilfe nicht rasch aufgestockt wird.
Experten des IPC gehen davon aus, dass Burhakaba im schlimmsten Fall in eine Hungersnot abgleiten könnte, und betonen die Dringlichkeit einer internationalen Mobilisierung, um eine dramatische Verschärfung der Nahrungsmittelkrise im Land zu verhindern.
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