Sierra Leone hat mit den Vereinigten Staaten eine Vereinbarung zur Aufnahme hunderter westafrikanischer Migranten getroffen, die aus den USA abgeschoben wurden, wie der sierra-leonische Außenminister Timothy Kabba am Freitag bekannt gab. Diese Entscheidung ist Teil der Strategie der Trump-Regierung, die Abschiebung von Migranten in Drittländer zu beschleunigen.
Laut Timothy Kabba soll der erste Flug mit Abgeschobenen am 20. Mai in Sierra Leone eintreffen. An Bord befinden sich 25 Staatsangehörige aus Senegal, Ghana, Guinea und Nigeria. Diese Migranten sind keine sierra-leonischen Staatsbürger, werden aber gemäß dem neuen Abkommen mit Washington im Land willkommen geheißen.
Der Minister präzisierte, dass das Abkommen die Umsiedlung von bis zu 300 Staatsangehörigen aus ECOWAS-Mitgliedstaaten pro Jahr vorsieht, mit einer Obergrenze von 25 Personen pro Monat. Dies ist ein weiteres Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und bestimmten afrikanischen Ländern im Bereich der Migrationsabschiebungen.
Die Trump-Regierung hat in den letzten Monaten bereits abgeschobene Migranten in mehrere afrikanische Länder geschickt, darunter die Demokratische Republik Kongo, Ghana, Kamerun, Äquatorialguinea und Eswatini. Bei diesen Transfers werden die Betroffenen mitunter in Länder zurückgeschickt, deren Staatsbürgerschaft sie nicht besitzen.
Diese Politik hat scharfe Kritik von Menschenrechtsorganisationen und Rechtsexperten hervorgerufen. Mehrere Beobachter stellen die Rechtsgrundlage dieser Abkommen in Frage und äußern Bedenken hinsichtlich der Bedingungen, unter denen Abgeschobene in Drittländern aufgenommen werden.
Die US-Behörden verteidigen diese Abkommen jedoch als Mittel zur Steigerung der Effektivität von Abschiebungen und zur Verringerung der Schwierigkeiten, die mit der Rückführung von Migranten in ihre Herkunftsländer verbunden sind, wenn diese Länder die Zusammenarbeit verweigern oder die Ausstellung der notwendigen Dokumente verzögern.
Die Bekanntgabe dieser Vereinbarung erfolgt inmitten einer Verschärfung der US-Einwanderungspolitik. Donald Trump Massenausweisungen und verstärkte Grenzkontrollen waren einer der zentralen Punkte seiner Rückkehr an die Macht.
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