Die Zentralafrikanische Republik hat sich bereit erklärt, von den USA aus Drittstaaten abgeschobene Migranten aufzunehmen, wie mehrere mit der Angelegenheit vertraute Quellen berichten. Diese Vereinbarung ist Teil der Strategie der US-Regierung, die Abschiebung von Personen zu beschleunigen, die nicht direkt in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden können.
Laut zwei mit den Gesprächen vertrauten Quellen ist Bangui Washingtons jüngster afrikanischer Partner in diesen umstrittenen Migrationsabkommen geworden. In den letzten Monaten haben die Vereinigten Staaten bereits Abgeschobene in mehrere afrikanische Länder geschickt, darunter die Demokratische Republik Kongo, Ghana, Sierra Leone und Äquatorialguinea.
Laut einem zentralafrikanischen Beamten, der anonym bleiben wollte, wurde das Abkommen bei einem Treffen am 18. Mai in Bangui mit einer amerikanischen Delegation unter der Leitung von Christian Jové Ehrhardt, dem stellvertretenden US-Staatssekretär für Bevölkerung, Flüchtlinge und Migration, erörtert.
„Die Zentralafrikanische Republik wird im Rahmen von Abkommen mit den Vereinigten Staaten von den amerikanischen Behörden ausgewiesene Einwanderer willkommen heißen“, sagte der Beamte.
Ein in der Region stationierter Diplomat bestätigte gegenüber Reuters ebenfalls, dass zwischen den beiden Ländern eine Einigung erzielt worden sei.
Die genauen Details der Vereinbarung sind weiterhin unklar. Es wurden keine Informationen über die Anzahl der beteiligten Personen, deren Nationalitäten oder das Datum der ersten Überführungen in die Zentralafrikanische Republik veröffentlicht.
Diese Abkommen haben scharfe Kritik von Menschenrechtsorganisationen hervorgerufen. Sie argumentieren, dass die Nutzung von Drittstaaten es den Vereinigten Staaten ermöglicht, bestimmte Rechtsschutzrechte zu umgehen, die Migranten von amerikanischen Gerichten gewährt werden, insbesondere wenn ihre Rückkehr in ihr Herkunftsland als gefährlich eingestuft wird.
Washington seinerseits verteidigt die Rechtmäßigkeit dieser Ausweisungen und behauptet, sie stünden im Einklang mit dem Völkerrecht.
Die Zentralafrikanische Republik, eines der ärmsten Länder der Welt, ist seit ihrer Unabhängigkeit im Jahr 1960 immer wieder mit politischen und sicherheitspolitischen Krisen konfrontiert. Trotz einer relativen Verbesserung der Lage in den letzten Jahren lebt ein großer Teil der Bevölkerung weiterhin in Armut und ist auf internationale Hilfe angewiesen.
Die Bekanntgabe dieses Abkommens könnte die Debatte über die Fähigkeit des Landes, Neuankömmlinge aufzunehmen, weiter anheizen, da es bereits vor erheblichen wirtschaftlichen und humanitären Herausforderungen steht.
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