In der lettischen Region, die als „Land der blauen Seen“ bekannt ist, hat die Touristensaison schlecht begonnen. Nahe der russischen Grenze melden die normalerweise sehr gut besuchten Pensionen zahlreiche Stornierungen, da Besucher die Folgen des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine sowie mögliche Drohnenalarme fürchten.
Im Gästehaus Birdwhistles, das in einem Wald etwa 50 Kilometer von der russischen Grenze entfernt liegt, stehen derzeit alle acht Zimmer leer. Besitzer Martins Kiscenko sagt, eine solche Situation sei zu dieser Jahreszeit, die normalerweise durch eine hohe Auslastung gekennzeichnet ist, außergewöhnlich.
Zwei Gruppen, die den Veranstaltungsort für Hochzeiten gebucht hatten, stornierten ihre Reservierungen in letzter Minute. Laut dem Manager wollten die Paare ihre Gäste nicht dem Risiko aussetzen, die Feierlichkeiten im Falle eines Drohnenalarms unterbrechen zu müssen, um Schutz zu suchen.
Diese Besorgnis spiegelt die zunehmenden psychologischen Auswirkungen des Krieges in den Regionen nahe Russland wider. Obwohl Lettland nicht direkt in den Konflikt verwickelt ist, schüren Drohnenvorfälle in der Region in den letzten Jahren die Ängste mancher Reisender.
Lokale Tourismusfachleute befürchten, dass sich dieser Trend im Sommer noch verschärfen wird. Stornierungen betreffen nicht nur Unterkünfte, sondern auch Restaurants, Veranstalter und viele kleine, vom Tourismus abhängige Unternehmen.
In dieser für ihre Seen, Wälder und den ländlichen Tourismus bekannten Region hoffen die Einwohner dennoch, dass die Besucher ihr Vertrauen zurückgewinnen. Für viele von ihnen liegt die größte Herausforderung nicht in der tatsächlichen Sicherheit der Gegend, sondern in der Risikowahrnehmung, die durch die Nähe zur russischen Grenze und die in den europäischen Nachrichten vorherrschenden Kriegsbilder entsteht.
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