Die ungarische Regierung hat angekündigt, ab Freitag keine Arbeitsvisa mehr an Staatsangehörige der Philippinen, Georgiens und Armeniens auszustellen. Diese Entscheidung ist der erste Schritt einer umfassenderen Reform zur Begrenzung des Zustroms ausländischer Arbeitskräfte nach Ungarn.
Die Maßnahme wurde von Regierungssprecherin Vanda Szondi bestätigt. Sie erklärte, die Behörden wollten die Arbeitsmigration besser regulieren. Laut Szondi befürchtet die Regierung, dass der Zustrom ausländischer Arbeitskräfte die Löhne ungarischer Arbeitnehmer drücken könnte.
Diese neue Richtung folgt auf den Wahlsieg der Peter-Magyaren-Partei, der im April die sechzehnjährige Herrschaft Viktor Orbáns beendete. Die Regierung hatte angekündigt, bereits ab Juni keine Arbeitsvisa mehr an Nicht-EU-Bürger auszustellen.
Budapest wird die Verordnung ändern, die es Personalvermittlungsagenturen bisher ermöglichte, Arbeitskräfte von den Philippinen, Georgien und Armenien in einem vereinfachten Verfahren ins Land zu holen. Personen, die sich bereits im Land aufhalten, können weiterhin die Verlängerung ihrer Arbeitserlaubnis beantragen, und bereits eingereichte Anträge werden weiterhin bearbeitet.
Laut offiziellen Statistiken machen ausländische Arbeitskräfte etwa 2 % der ungarischen Erwerbsbevölkerung aus. Mehrere Branchen, insbesondere der Dienstleistungssektor und das verarbeitende Gewerbe, sind jedoch stark auf diese Arbeitskräfte angewiesen, um ihren Personalbedarf zu decken.
Die Entscheidung hat in der Geschäftswelt Besorgnis ausgelöst. Mehrere große ausländische Investoren, die in Ungarn tätig sind, haben davor gewarnt, dass ein zu abrupter Stopp der Einreise ausländischer Arbeitskräfte den Unternehmen schaden und das Wachstum des Landes hemmen könnte.
Die Regierung präsentiert diese Reform jedoch als Beginn einer langfristigen Strategie zur Umgestaltung des ungarischen Arbeitsmarktes. In den kommenden Monaten könnten weitere Maßnahmen angekündigt werden, um die Migrationspolitik im Bereich der Beschäftigung weiter zu verschärfen.
Gemeinschaft
Bemerkungen
Die Kommentarfunktion ist geöffnet, aber vor Spam geschützt. Beiträge und Kommentare mit Links werden manuell geprüft.
Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.