Der Krieg gegen den Iran droht, die BRICS-Staaten bei einem entscheidenden Gipfeltreffen in Neu-Delhi zu spalten.
Der Krieg gegen den Iran droht, die BRICS-Staaten bei einem entscheidenden Gipfeltreffen in Neu-Delhi zu spalten.

Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran dürfte das Treffen der BRICS-Außenminister, das am Donnerstag in Neu-Delhi beginnt, maßgeblich prägen. Die Spannungen im Zusammenhang mit diesem Konflikt könnten die Bemühungen des Staatenbundes um eine einheitliche Position und eine gemeinsame Erklärung zum Abschluss der Gespräche erschweren.

Die BRICS-Gruppe, ursprünglich bestehend aus Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, hat sich in jüngster Zeit durch die Aufnahme mehrerer neuer Mitglieder, darunter Ägypten, Äthiopien, Indonesien, Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate, erweitert. Diese Erweiterung stärkt zwar das geopolitische Gewicht des Blocks, verschärft aber gleichzeitig seine internen Spaltungen.

Laut Reuters hat der Iran Indien, das 2026 den BRICS-Vorsitz übernehmen wird, gebeten, die Plattform der Gruppe zu nutzen, um einen Konsens gegen die militärischen Aktionen der USA und Israels im Golf zu erzielen. Teheran erhofft sich dadurch diplomatische Unterstützung angesichts des eskalierenden regionalen Konflikts.

Doch zwischen dem Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten, zwei Ländern, die in diesem am 28. Februar begonnenen Krieg nun auf gegnerischen Seiten stehen, sind bereits erhebliche Meinungsverschiedenheiten aufgetreten. Diese internen Spannungen bergen die Gefahr, diplomatische Verhandlungen zu erschweren und die Annahme einer starken gemeinsamen Position innerhalb der Gruppe zu verhindern.

Der iranische Außenminister Abbas Araqchi wird am Mittwochabend in Neu-Delhi erwartet, um an dem für den 14. und 15. Mai anberaumten Treffen teilzunehmen. Auch der russische Außenminister Sergej Lawrow wird in der indischen Hauptstadt erwartet.

Neben den geopolitischen Spannungen sind die BRICS-Staaten auch mit den wirtschaftlichen Folgen des Konflikts konfrontiert. Der durch den Krieg im Nahen Osten verursachte Anstieg der Energiepreise bereitet mehreren Mitgliedern der Gruppe Sorgen, deren Volkswirtschaften weiterhin stark von Energieimporten und der Stabilität der globalen Märkte abhängig sind.

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